Argentinien will keine Einmischung der USA und Israels in die inneren Angelegenheiten bei der Aufklärung eines antijüdischen Bombenanschlags in Buenos Aires. Außenminister Héctor Timerman forderte von seinen Amtskollegen John Kerry und Avigdor Lieberman, dass sich die Diplomaten beider Länder in dem südamerikanischen Land an die Wiener Konvention hielten, „insbesondere in Bezug auf die Nichteinmischung“. Timerman verlas am Dienstag auf einer Pressekonferenz entsprechende Briefe an die Botschafter der USA und Israels in Buenos Aires. Welcher Art die mögliche Einmischung sei, sagte er nicht.

Argentinien sehe sich genötigt, die „Verfolgung geopolitischer und militärischer Interessen von Drittländern“ auf argentinischem Gebiet zurückzuweisen, heißt es gleichlautend in beiden Schreiben lediglich. Zugleich erneuerte Timerman die bereits abgelehnte Forderung, die Untersuchung des Attentats von 1994 gegen das jüdische Gemeindezentrum Amia in die Verhandlungen um Irans Atomprogramm aufzunehmen. Die argentinische Justiz verdächtigt mehrere ehemalige iranische Regierungsmitglieder, den Anschlag in Buenos Aires in Auftrag gegeben zu haben. Damals starben 85 Menschen.

Timerman und Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner wurden im Januar von dem Amia-Sonderstaatsanwalt Alberto Nisman beschuldigt, die Verfolgung der iranischen Verdächtigen hintertrieben zu haben. Die Regierung bezeichnete dies als „lächerlich“. Nisman wurde kurz darauf tot in seiner Wohnung aufgefunden. Bislang steht nicht fest, ob es sich um einen Selbstmord oder Mord handelte. (dtj/dpa)