Der türkische Rüstungskonzern Aselsan plant ein Forschungszentrum in Silicon Valley.

Im Rahmen ihres Besuchs der Produktionsstätte in der jordanischen Hauptstadt Amman betonten Offizielle von Aselsan, dem führenden Unternehmen der Türkei im Bereich der Verteidigungstechnologie, ihre Entschlossenheit, durch Ausweitung ihres Engagements im Ausland ihre Stellung auf dem Weltmarkt auszubauen.

„Wir haben Pläne für ähnliche Vorhaben in anderen Ländern“, äußerte Aselsan-Vorstandschef Hasan Canpolat im Rahmen der Eröffnungszeremonie, während er der Besichtigung die Fertigungsstätte des führenden Spezialisten für Militärelektronik besichtigte. An dieser nahm auch Jordaniens König Abdullah II. teil. „Diese Einrichtung ist Teil unserer Strategie zur Etablierung auf dem globalen Markt“, betonte Canpolat.

„Es gibt zahlreiche Länder, die ihre Verteidigungsindustrie wieder nationalisieren wollen“, ergänzte der Vorstandschef. „Aselsan kann diese Länder mit jenen Einrichtungen versorgen, die sie benötigen. Die nächsten an der Reihe könnten asiatisch-pazifische Länder sein.“

Aselsan erzielt Hälfte per Erlöse im Ausland

Die Hälfte der Einnahmen aus seinen Rüstungsgeschäften geriert Aselsan aus dem Ausland. Im Vorjahr hatte man beispielsweise für 44 Mio. US-Dollar eine Einrichtung in Kasachstan geschaffen, als Partner von Kazakhstan Engineering. Die kasachische Verteidigungsindustrie profitiert jetzt von neun elektro-optischen Produktreihen, die Aselsan produziert hatte, darunter Wärmebildkameras und Feldstecher. Auch an der Modernisierung einer Reihe von T72-Panzern, Helikoptern und gepanzerten Fahrzeugen für die kasachische Armee ist Aselsan beteiligt.

Das nunmehrige Joint Venture in Jordanien soll nach dem Plan der Unternehmensführung ein Eingangstor in die Märkte des Mittleren Ostens und Nordafrikas schaffen.

Aselsan Middle East (AME) ist ein gemeinsames Projekt zwischen Aselsan, dem größten türkischen Rüstungskonzern, und dem Design- und Entwicklungsbüro König Abdallahs II. (KADDB). KADDB besitzt 51 Prozent der Anteile an AME, die restlichen 49 Prozent Aselsan. AME soll vor allem Instrumente zur Grenzsicherung für die jordanische und andere Armeen des Mittleren Ostens herstellen.

In Kürze auch Forschungszentrum im Silicon Valley geplant

AME selbst wird Nachtsichtgeräte und Thermalkamerasysteme herstellen sowie Laboratorien unterhalten, die der Überprüfung und Kalibrierung derselben dienen. Die jährliche Produktionskapazität für Nachtsichtgeräte liegt bei 6000 Stück. Dem Vertrag zufolge soll AME vor allem SAGER-Thermalsichtsysteme für die jordanische Armee darstellen.

AME-Generalmanager Nurfer Oğuz, geht in diesem Jahr von Verkaufserlösen in Höhe von insgesamt 27,5 Mio. US-$ aus. „Im Laufe der nächsten Jahre wollen wir unsere Verkaufserlöse um das Vier- bis Fünffache erhöhen“, erläuterte Oğuz.

Die anhaltende Zusammenarbeit Aselsans mit seinen jordanischen Partner umfasst auch Minidrohnen und unbemannte Helikopter. Künftig möchte man die Kooperation auf software-basierte Radiogeräte und die Verbesserung von Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Helikoptern ausweiten.

Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten befindet sich eine Einrichtung Aselsans. Eine Tochterfirma sitzt auch in Aserbaidschan und ein Designzentrum in Südafrika. Aus der Vorstandsetage heißt es zudem, dass man zeitnah auch ein Forschungszentrum im Silicon Valley eröffnen möchte.