Das juristisch-politische Tauziehen rund um die acht türkischen Soldaten, die in Griechenland Asyl beantragt haben, dauert an. Ein Gericht in Athen hat am Mittwoch beschlossen, dass die acht Militärs inhaftiert bleiben müssen, solange ihre Asylverfahren laufen. Dies hatte die griechische Polizei aus Sicherheitsgründen beantragt. Wie der staatliche griechische Rundfunk (ERT) weiter berichtete, wird mit einer Entscheidung der Asylrichter erst im April gerechnet.

Die griechische Justiz hatte im Januar auf höchster Ebene einen Auslieferungsantrag der Türkei für die Soldaten an ihr Heimatland abgelehnt. Es sei nicht auszuschließen, dass die Männer in der Türkei ein unfaires Verfahren erwarte, hieß es zur Begründung.

Die zwei Majore, vier Hauptleute und zwei Unteroffiziere waren Mitte Juli 2016 während des Putschversuchs in der Türkei per Hubschrauber nach Griechenland geflohen und hatten dort Asyl beantragt. Die Militärs sagen, sie hätten sich nichts zuschulden kommen lassen. Sie seien Piloten von Such- und Rettungshubschraubern, die geflohen seien, als Demonstranten und Polizisten ihren Stützpunkt beschossen haben.

Ankara fordert nach wie vor ihre Auslieferung. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hatte Griechenland direkt nach der Gerichtsentscheidung unverhohlen gedroht. In der Ägäis hätten türkische Kampfbomber den griechischen Luftraum mehrfach verletzt, hieß es aus Quellen des griechischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch. (dpa/ dtj)