Nach weltweiter Empörung über die Abschiebung muslimischer Uiguren nach China will Thailand nun nachträglich sicherstellen, dass die Menschen nicht in Gefahr sind. Diplomaten würden nach China fliegen und sich vergewissern, dass die Menschen gut behandelt werden, berichtete die „Bangkok Post“ unter Berufung auf das Außenministerium am Freitag. Peking betrachtet viele Uiguren als Separatisten und wirft ihnen zahlreiche Anschläge vor.

In einer Nacht- und Nebelaktion hatte Thailand am Donnerstag rund 100 Uiguren gegen ihren Widerstand in Flugzeuge nach China gesetzt. Sie waren vergangenes Jahr als illegale Einwanderer aufgeflogen. Die Uiguren befürchten Repressalien in China. Die Vereinten Nationen, die US-Regierung und Menschenrechtler kritisierten die Abschiebung scharf.

Das Turkvolk der Uiguren lebt im Westen Chinas. Nach Angaben von Exilgruppen wollte die Türkei die Menschen aufnehmen. Dort war der Protest besonders groß. In Istanbul und Ankara kam es vor staatlichen Vertretungen Thailands zu Handgreiflichkeiten. In den letzten Tagen gab es auch Übergriffe auf Menschen, die für Chinesen gehalten wurden. Menschenrechtsgruppen verurteilten diese Taten. (dpa/dtj)