20.04.2020, Türkei, Istanbul: Medizinisches Personal in Schutzkleidung sitzt an Computern im Stadtkrankenhauses Başaksehir am Tag der Eröffnungszeremonie von diesem. In dem neuen Krankenhaus werden Covid-19-Patienten behandelt werden. Foto: XinHua/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat wegen der Corona-Krise eine dreitägige weitgehende Ausgangssperre für Istanbul und 30 weitere Städte und Provinzen angekündigt. Sie beginne am Donnerstag um Mitternacht (Ortszeit/MEZ 23.00 Uhr) und ende am Sonntag um dieselbe Zeit, sagte Erdoğan am Montag nach einer online abgehaltenen Kabinettssitzung. Am Freitag, dem 1. Mai, seien Supermärkte aber zwischen 9 und 14 Uhr geöffnet.

Die Türkei verhängt seit drei Wochen 48-stündige Ausgangssperren übers Wochenende in den betroffenen 31 (Groß-)Städten (Büyükşehir), darunter in Ankara, Istanbul und Izmir. Vergangenes Wochenende wurde das weitgehende Ausgehverbot wegen eines Feiertags auf vier Tage ausgeweitet. Wichtige Einrichtungen wie Apotheken, Bäckereien und Krankenhäuser bleiben in der Regel offen. Die Ausgangssperren übers Wochenende sollen noch mindestens bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan Ende Mai fortgeführt werden, sagte Erdoğan.

Lockerung der Ausgangssperre für Über-65-Jährige im Gespräch

Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte unterdessen via Twitter mit, an einem Tag seien 2131 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, damit stieg die offizielle Zahl der Coronavirus-Fälle auf 112 261. An einem Tag seien zudem 95 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 2900. Mit 4.651 Genesenen innerhalb der letzten 24 Stunden habe man die höchste Anzahl an genesenen Menschen an einem Tag erreicht. Dieser Erfolg dürfe nicht durch Nachlässigkeit gefährdet werden.

Ankara hat bereits zahlreiche Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlassen. So gilt etwa eine weitgehende Ausgangssperre für Menschen unter 20, Personen ab 65 Jahren und chronisch Kranke. Hoffnung gibt es für die Senioren. Ihnen soll eventuell in Kürze erlaubt werden, an den Wochenenden für mehrere Stunden außer Haus gehen zu dürfen. Die Ausgangssperre für sie gilt seit dem 21. März.

dpa/dtj