In der Türkei werden immer weniger Autos verkauft. In den ersten neun Monaten dieses Jahres sank die Zahl der verkauften Autos im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent von 452.354 auf 366.768. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Verbandes der Autohändler ODD (Otomotiv Distribütörleri Derneği) hervor. Grund für die Entwicklung sind nach Ansicht der Experten vor allem gestiegene Zinsen und Steuern. Zudem hat die türkische Lira an Wert verloren. Die Experten schätzen für das gesamte Jahr, dass dennoch zwischen 675.000 bis 725.000 verkauft werden.

Die Türkei scheint damit hinter dem Trend zu legen. Weltweit wurden im ersten Halbjahr des Jahres 45.212.661 Fahrzeuge verkauft. Das sind 3,5 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Deutsche Marken zunehmend beliebter in der Türkei

Von dieser Entwicklung in der Türkei weitgehend unberührt sind dagegen die deutschen Premium-Marken. BMW konnte in den ersten neun Monaten in der Türkei 16.015 Autos verkaufen. Das sind 18 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Mercedes hat in dem selben Zeitraum 14.916 Fahrzeuge und damit sechs Prozent mehr abgesetzt. Audi konnte mit 3.801 abgesetzten Autos in den ersten drei Quartalen einen Anstieg von acht Prozent verzeichnen.

Türken produzieren nur 1,2 Prozent der weltweiten Autos

Der Automobilsektor ist für die Türkei zwar wichtig, aber im Vergleich ist das Land am Bosporus mit einem Anteil von 1,2 Prozent an der weltweiten Produktion allerdings eher unbedeutend. China hat dagegen alleine in den ersten sechs Monaten des Jahres 11.342.542 Autos produziert. Das Riesenreich produziert inzwischen mehr als die USA (Platz 2) und Japan (Platz 3) zusammen.