Vier Wochen nach ihrer Entführung in Bagdad sind 16 türkische Arbeiter wieder frei. Die Männer seien bei guter Gesundheit vom türkischen Botschafter in der irakischen Hauptstadt empfangen worden, erklärte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu am Mittwoch über Twitter.

Details zu den Umständen der Freilassung nannte er nicht. Die Arbeiter sollen nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu noch am Mittwoch mit einem Privatflugzeug in die Türkei gebracht werden.

Vermutlich eine schiitische Miliz hatte Anfang September insgesamt 18 Türken auf der Baustelle eines Fußballstadions in Bagdad gefangen genommen und an einen unbekannten Ort verschleppt. Zwei von ihnen wurden bereits zwei Wochen später freigelassen.

Die irakische Polizei erklärte, die 16 verbliebenen Männer seien in dem Ort Musajib etwa 50 Kilometer südlich von Bagdad in der Nähe von Kerbela auf freien Fuß gesetzt worden.

Der türkische Botschafter in Bagdad, Faruk Kaymakcı, teilte mit, dass er angewiesen habe, die Arbeiter mit sieben Fahrzeugen abzuholen. Die Männer hätten ihm mitgeteilt, dass die Entführer sie gut behandelt hätten. Es wurde auch bekannt, dass Staatspräsident Erdoğan den Botschafter angerufen und sich für dessen Einsatz bei der Freilassung bedankt habe.

In einem Internet-Video hatten die Entführer Anfang der Woche die Freilassung angekündigt. Zur Begründung hieß es, die türkische Regierung habe ihre Verbündeten in Syrien angewiesen, die Blockade zweier seit Monaten belagerter Orte im Norden des Landes aufzugeben. Dort leben überwiegend Schiiten. In dem Video war zu sehen, wie ein Maskierter den Entführten jeweils ein Exemplar des Koran und einen Umschlag überreichte. In dem Umschlag sollen sich 200 US-Dollar befunden haben, das als eine Art Entschädigung für die Arbeiter gedacht sei.

Syrische Rebellen und Anhänger des Regimes hatten sich zuvor auf einen sechsmonatigen lokalen Waffenstillstand geeinigt, der mehrere syrische Orte betrifft. Die Türkei und der Iran als Verbündeter der Regierung in Damaskus waren in die Verhandlungen eingebunden. (dtj/dpa)