Der erste türkeistämmige Journalist Deutschlands ist verstorben.

Baha Güngör ist tot. Nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb er am Donnerstag.

Güngör kam 1961 aus der Türkei nach Aachen. Sein Vater studierte dort und arbeitete auch als Zahnarzt. Güngör erwarb 1978 die deutsche Staatsbürgerschaft und studierte Betriebswirtschaft. Außerdem arbeitete Güngör als Dolmetscher und Volkshochschullehrer (Deutsch für Türken).

Berichterstatter aus der Türkei

Güngörs journalistische Karriere begann mit einem Volontariat bei der Kölnischen Rundschau. Später arbeitete er für Reuters und den Bonner General-Anzeiger. 1984 zog es ihn in die Türkei. Für die Westdeutsche Allgemeine Zeitung sowie für andere deutsche Zeitungen berichtete er über das Land. 1991 wurde Güngör dann Türkei-Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur (dpa). In den späteren Jahren leitete Güngör die türkische Redaktion der Deutschen Welle.

Beliebter Interviewpartner

Güngör erhielt 2005 den deutsch-türkischen Freundschaftspreis. Vergangenes Jahr erschien sein Buch „Atatürks wütende Enkel. Die Türkei zwischen Demokratie und Demagogie.“  Der erfahrene Journalist war ein beliebter Interviewpartner bei deutsch-türkischen sowie Türkei-Themen, auch während seines Ruhestands.

Auch menschlich war Baha Güngör in Journalistenkreisen sehr beliebt. Güngör wurde 68 Jahre alt und hinterlässt zwei Kinder.