Um die Flüchtlingskrise in der östlichen Ägäis zu bewältigen, könnten türkische Beobachter auf den griechischen Inseln eingesetzt werden. Das bestätigte der Bürgerschutzminister Nikos Toskas am Samstag im griechischen Fernsehsender Skai. Angesichts der konstant angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern gerade auch im Streit um Hoheitsrechte in der Ägäis werden solche Vereinbarungen in Griechenland besonders aufmerksam verfolgt. Toskas stellte deshalb im Interview auch klar, dass es sich bei den Beobachtern nicht zwingend um Polizisten handeln müsse.

Möglich sei so ein Vorgehen, weil am vergangenen Dienstag beim Treffen von Ministerpräsident Alexis Tsipras mit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoğlu in İzmir eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet worden sei, so Toskas. Mit Hilfe türkischer Unterstützung vor Ort könne die Rücknahme illegaler Migranten durch die Türkei schneller abgewickelt werden. Seit Mittwoch haben dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge knapp 5000 Menschen von der Türkei nach Griechenland übergesetzt.

Beim Treffen der Ministerpräsidenten der beiden Nachbarländer war vereinbart worden, im Kampf gegen Schleuser stärker zu kooperieren, um der Flüchtlingskrise Herr zu werden. Unter anderem wolle man die Zusammenarbeit der jeweiligen Küstenwachen verstärken, hieß es. (dpa/ dtj)