Bank Asya: Halal-Banking im Nordirak

Der wachsende Export von der Türkei in den Irak zieht die türkischen Banken in dieses Gebiet. Die Bank Asya, einer der führenden zinsfreien Banken, hat ihre erste Zweigstelle im bekannten Wirtschaftszentrum Arbil im Nordirak eröffnet. Der Direktor der BankAsya, Abdullah Çelik, sagte, dass sie mit der Niederlassung in Irak alle Arten von Zulassungen seitens der Bankaufsicht erhalten haben. Arbil sei ein wichtiges Handelszentrum im Nahen Osten („Oase der Wirtschaft“) und man habe vor, sich auch in Bagdad niederzulassen, so Çelik.

Die BankAsya arbeitet nach dem Prinzip des zinslosen Bankings und ist stets auf Schaffung von Produktivität sowie die Unterstützung von Realwirtschaft hin ausgerichtet. In Arbil würde diese Bank ihren Kunden beim Handel und bei Investitionen zur Seite stehen, so Çelik.

Partner der gesamten Wirtschaft im Nordirak

Çelik erklärte darüber hinaus, dass man in Arbil mit Fahrzeug- und Wohnungsbaukrediten beginnen werde und Zielgruppe nicht nur die in der Stadt ansässigen Türken, sondern ebenso die irakischen Unternehmen sein würden.

Vor 6 Monaten habe die Tätigkeit der Niederlassung in Arbil mit kleinen Krediten begonnen. Kunden seien vorrangig die Handelsunternehmen, so Çelik.

„Mit einigen Großunternehmen haben wir Automobilkreditverträge abgeschlossen. Dadurch können die Verbraucher bei den dortigen Fuhrunternehmen diesen Kredit nutzen. Das ist eine wichtige Sache und bringt Ertrag. Wir sammeln in unserer Filiale Anzahlungen. Wir sind im Stande, aus der Türkei heraus Kredite zu ermöglichen. Es gibt Lücken bezüglich des Außenhandels und der Wertpapiere. In dieser Richtung werden wir uns vertiefen“, betonte Çelik weiter.

Die allgemeine Struktur in diesem Gebiet passe sehr gut zum Zinslos-Banking. Die Menschen dort seien sehr sensibel gegenüber Zinsen. Das sei auch der Grund, warum sie immerzu mit Bargeld arbeiteten. Die Bank Asya hat sich zum Ziel gesetzt, in Arbil 10 Millionen Dollar an Kreditsumme und Einlagen zu erreichen.

Neben dem Ölreichtum zeichne den Nordirak nach Auffassung Çeliks vor allem der lebhafte Handel aus. Das Misstrauen hinsichtlich der weiteren Entwicklung im Norden Iraks und die Instabilität ziehen die Menschen allerdings zunehmend in den Süden des Landes, wo sie auch zunehmend ihr Geld lassen würden.

Eine „Oase der Wirtschaft“

Arbil ist aus Gründen der Sicherheit eine Oase des Handels im Irak geworden. Aus der Türkei werden in den Irak jährlich 12 Milliarden Dollar exportiert. Es gibt 1.300 registrierte türkische Unternehmen im Norden des Landes. Die Bank Asya ist die fünfte türkische Bank, die in Arbil investiert und sie pflegt Partnerschaften mit der Islamischen Entwicklungsbank im Senegal sowie in Niger, Guinea und Mauretanien. Außerdem ist die Bank Asya auch in Indien vertreten.

Der Minister für lokale Verwaltung für Industrie und Handel, Sinan Çelebi, sagte, dass der Irak alles tun werde, um die Sicherheit der türkischen Banker zu gewährleisten. „Weil es hier friedlich zugeht, entstanden fünf türkische Banken“ argumentiert Çelebi. Seit wenigen Jahren seien die anfangs 4 Milliarden Dollar Exportvolumen zwischen der Türkei und dem Irak vervielfacht worden und man sei froh, die Bank Asya in Arbil zu haben.

„Wo Frieden ist, können fünf Banken existieren”

In Arbil leben 1,5 Millionen Menschen, die ihre Einkäufe in den Währungen Dinar und Dollar abwickeln. Auch in den großen Einkaufszentren benutzen sie keine Kreditkarten, sondern nur Bargeld. Wenn auch nur in geringem Maße, kommt dort auch die türkische Währung zur Geltung.

Der Direktor der BankAsya, Abdullah Çelik, findet, dass es in diesem Gebiet keine Entwicklung zu Visa- und Masterkarten gäbe. Auch Debit-Karten und die ATM-Infrastruktur würden fehlen. Diese seien in der Entwicklungsphase und die Kunden müssten auf die ATM-Installation warten.

„So Gott es will, werden wir gegen Neujahr, sofern wir die richtige Infrastruktur dafür bereithalten können, in der Lage sein, die ATM-Kreditkarte anzubieten. Natürlich gilt dies nicht nur für die Bank Asya, sondern auch für Visa- und Masterkarten. Wir haben in Arbil ein IT-System im Wert von 1,5 Millionen Dollar installiert, in einem Gebiet, in dem sowohl die Gesetzgebung als auch die Sprache anders sind“, so Çelik weiter.

„Wir haben hier so ernsthaft gearbeitet, als würden wir eine neue Bank gründen. Wenn wir im Irak expandieren möchten, steht uns nichts mehr im Weg. Wir haben eine Sprache und eine Infrastruktur“, ist Çelik optimistisch.