Ex-CHP-Chef Deniz Baykal hat die Koalitionsverhandlungen in der Türkei kritisiert.

Baykal sagte, dass die Gespräche „nichts anderes als Theater“ seien und es im November zu Neuwahlen kommen werde. Man könne sich weitere Verhandlungen sparen.

„Die AKP will nicht, dass eine Regierung gegründet wird, die MHP stellt sich stur. Das ist nichts anderes als Theater“, erklärte der 77-Jährige.

Baykal ist der älteste Abgeordnete des türkischen Parlaments. Nachdem es zuletzt etwas ruhiger um ihn geworden war, rückte er nach den Parlamentswahlen im Juni wieder ins Rampenlicht der Spitzenpolitik. Aufsehen erregte vor allem ein Treffen mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan. Bei der Wahl zum Parlamentspräsidenten trat er als Kandidat der CHP an, unterlag aber dem AKP-Kandidaten İhsan Yılmaz.

Die Koalitionsverhandlungen hatten vergangene Woche begonnen. Wegen der sich überschlagenden Ereignisse in den letzten Tagen sind sie etwas ins Stocken geraten. Derzeit stehen zwei Alternativen zur Auswahl. Entweder kommt es zu einer AKP-CHP-Koalition oder es werden Neuwahlen ausgerufen. AKP-Vorsitzender Ahmet Davutoğlu hat noch knapp vier Wochen Zeit, Ergebnisse zu liefern.

In Bezug auf den Terroranschlag in Suruç sagte Baykal: „Wir hören immer wieder von Auseinandersetzungen in anderen muslimischen Ländern, bei denen Muslime zu Schaden kommen. Das macht uns traurig. Und wir schätzten uns glücklich und waren dankbar, dass es in der Türkei nicht so ist. Leider haben sie uns jetzt das Gegenteil gezeigt, auf eine sehr schmerzhafte Art und Weise.“