Um den islamischen Religionsunterricht an den Schulen Baden-Württembergs langfristig zu garantieren und auszubauen, hat sich am Mittwoch ein neuer Projektbeirat mit Vertretern der muslimischen Verbände im Land gegründet. Ziel sei es, den derzeit in einem Modellprojekt angebotenen Islamunterricht ab 2018 als regulären Schulunterricht in Trägerschaft der Verbände zu organisieren, sagte Kultusminister Andreas Stoch (SPD) nach dem konstituierenden Treffen des Gremiums in Stuttgart. Die Beiratsgründung sei hierzu ein Meilenstein.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) betonte, islamischer Religionsunterricht sei „die praktische Umsetzung des Integrationsgedankens im besten Sinne“. Der Beirat soll bei der Weiterentwicklung des islamischen Unterrichts das Kultusministerium beraten – etwa bei Bildungsplänen, Unterrichtsmodellen oder Inhalten der Lehrerausbildung. Derzeit gibt es landesweit an rund 70 Schulen islamischen Religionsunterricht. Die Landesregierung betonte, gerade mit Blick auf die hohe Zahl an Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan sei eine Ausweitung des Angebots wichtig.

Im Beirat sind die Verbände DITIB (Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion), Islamische Kulturzentren, Islamische Glaubensgemeinschaft IGBW, die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken sowie muslimische Pädagogen  vertreten. Den Vorsitz hat zunächst Fatih Sahan (DITIB) übernommen, seine Stellvertreterin ist Gökcen Tamer-Uzun von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Der Vorsitz soll unter den beteiligten Organisationen in regelmäßigen Abständen wechseln.

Erstmals gab es im Schuljahr 2006/2007 an einigen Modellschulen islamischen Religionsunterricht. Unterrichtet wird in deutscher Sprache von Lehrern, die ein spezielles Erweiterungsstudium abgeschlossen haben. Seit neuestem kann islamische Theologie/Religionspädagogik als reguläres Fach studiert werden. (kna/dtj)