Die Trauer in der Türkei nach dem Bergwerkunglück in Soma ist groß.

Der Bergbausektor in der Türkei wirft momentan massive Gewinne ab und gilt als boomender Industriezweig. Doch neben den üppigen Gewinnen wirft der Rohstoffabbau auch Fragen nach den Arbeitsbedingungen und der Sicherheit der türkischen Minenarbeiter auf. Einem hochrangigen Gewerkschaftsfunktionär zufolge sollen alleine im letzten halben Jahr etwa 820 Personen bei Arbeitsunfällen ums Leben gekommen. Ähnlich wie beim Grubenunglück in Soma, wo am 13. Mai 301 Menschen ums Leben gekommen sind, seien schlechte Arbeitsbedingungen der Hauptgrund für diese Entwicklung.

„Alleine im Laufe der vorangegangenen sechs Monate wurden 820 Menschen bei Arbeitsunfällen getötet. In unseren Gesprächen mit Premierminister Recep Tayyip Erdoğan haben wir vorgeschlagen, für die Dauer von drei Monaten alle Minen zu schließen, damit in dieser Zeit alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen und insbesondere Schutzkammern errichtet werden können. Danach können wir sie wieder öffnen“, sagte Kani Beko, der Vorsitzende der Konföderation der Progressiven Gewerkschaften in der Türkei (DISK) anlässlich der Eröffnung eines Minenarbeiter-Denkmals am gestrigen Donnerstag. 301 Arbeiter wären auf Grund schlechter Arbeitsbedingungen und veralteter Ausstattung getötet worden.

Denkmal für den Kampf der Minenarbeiter

Beko hielt seine Rede anlässlich der Eröffnungszeremonie eines Monuments im Çankaya-Bezirk von Ankara, das einen Monat nach dem tragischen Unglück in Soma, dem 301 Menschen zum Opfer gefallen sind, renoviert worden war.

„Wir haben dieses Denkmal, das wir 1991 hier errichtet hatten, renoviert, um den Schmerz, den wir nach dem Tod der 301 Arbeiter in Soma erlitten hatten, nicht zu vergessen“, betonte Alper Taşdelen, der Bürgermeister von Çankaya.  

Er erinnerte daran, wie das Denkmal, das den Kampf der Minenarbeiter symbolisiert und nach einer großen Demonstration für bessere Arbeitsbedingungen im Jahr 1991 errichtet wurde, von der Regierung blockiert wurde. „Heute treffen der Kampf von gestern und der Schmerz von heute zusammen“, so Taşdelen.