Ein türkisches Gericht hat am Montagabend die Verhaftung von acht Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Bergwerkunglück von Soma angeordnet. Ihnen wird zur Last gelegt, „mehrere Todesfälle verursacht“ zu haben. Am Montag wurde das letzte der insgesamt 301 Todesopfer der Katastrophe beerdigt.

Unter den Inhaftierten befinden sich unter anderem Ramazan Doğru, der Generalmanager der Kohlebergbaugesellschaft Soma und der CEO der Firma, Can Gürkan, Sohn des Eigentümers Alp Gürkan.  

Die Haftbefehle ergingen, nachdem 26 Personen festgenommen und als Tatverdächtige verhört worden waren. Die übrigen Verdächtigen wurden freigelassen, auch auf sie könnten jedoch weitere Verfahren zukommen.

Ein erster Bericht über mögliche Unglücksursachen deute darauf hin, so Staatsanwalt Bekir Şahiner, dass das Feuer, das in der Mine ausbrach, durch sich erhitzende Kohle entzündet haben könnte, nachdem diese mit Luft in Kontakt gekommen war.

Die Dimensionen des Unglücks übersteigen sogar die des bislang folgenschwersten Unfalls im türkischen Bergbau, als 1992 im nordwesttürkischen Zonguldak 263 Arbeiter getötet wurden. Es wird nun zu klären sein, ob die Verantwortlichen für die Mine Sicherheitsvorschriften außer Acht gelassen haben.