Nach dem Grubenunglück im türkischen Soma ist Haftbefehl gegen fünf Mitarbeiter der Betreibergesellschaft erlassen worden. Unter den Inhaftierten sei auch der Betriebsleiter des Bergwerks, berichteten türkische Medien am Montag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Ihnen werde fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Am Sonntag hatte die Polizei 25 Verdächtige festgenommen, darunter mehrere Führungskräfte der Betreibergesellschaft Soma Holding. Beim schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kamen nach offiziellen Angaben 301 Bergleute ums Leben, 485 überlebten. Die Regierung hatte die Bergungsarbeiten am Samstag für beendet erklärt.

Türkische Medien berichteten am Sonntag, der Zugang zu der Grube sei zugemauert worden. Zu dem Areal hätten nur noch Experten Zutritt, die den Vorfall untersuchten.

Die Betreibergesellschaft und die Regierung hatten jede Verantwortung für das Grubenunglück zurückgewiesen. (dpa/dtj)