Fast zwei Wochen nach dem Tod von 301 türkischen Bergleuten in einer brennenden Kohlegrube werden gegen die Behörden neue Vorwürfe laut. Für die behördliche Aufsicht des Kohlebergwerkes in der Stadt Soma sei der Schwager eines Managers zuständig gewesen, berichtete die türkische Tageszeitung „Hürriyet“ am Montag. Obwohl die Kontrolle der elektrischen Anlage üblicherweise einen Monat dauere, habe der Kontrolleur Mitte März nach vier Tagen bescheinigt, dass es keine Mängel gebe.

Arbeitsminister Faruk Celik hatte Kontrolleuren bereits eine persönliche Verantwortung für das schwerste Unglück in der Geschichte des türkischen Bergbaus zugeschrieben. Die Polizei hat bisher acht Beschuldigte festgenommen, darunter auch Mitglieder der Unternehmensführung der Soma Holding.