Nach dem Grubenunglück in der Türkei hat die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in einem Kondolenzschreiben der Türkei Hilfe bei der Bergung der Verunglückten angeboten. „Wir in Nordrhein-Westfalen haben eine lange Tradition des Bergbaus und verfügen daher auch über spezielles Know How im Grubenrettungswesen“, schrieb sie am Donnerstag an den türkischen Botschafter in Berlin. „Wenn wir Sie von hier aus in irgendeiner Form unterstützen können, dann lassen Sie mich das bitte wissen.“ In Herne hat die „Hauptstelle für das Grubenrettungswesen“ ihren Sitz. Sie wird von dem Bergbauunternehmen RAG betrieben.

Erdoğan „nicht nur der Ministerpräsident der Konzerne“

Grünen-Chef Cem Özdemir hat derweil den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu einer konsequenten Aufklärung aufgefordert. „Es muss jetzt eine ernsthafte, neutrale Untersuchung des Unglückes und explizit auch der möglichen Versäumnisse und Verantwortung der Regierung geben, mit entsprechenden Konsequenzen“, erklärte Özdemir am Donnerstag. Erdoğan sei „auch der Ministerpräsident der Bergarbeiter und nicht nur der Konzerne“, so Özdemir.

Gesetze müssten in die Tat umgesetzt werden und dürften nicht nur auf dem Papier bestehen. „Das Unglück zeigt auch, dass die Türkei in Sachen Sicherheit und Arbeitsschutz dringend aufholen muss“, erklärte der Grünen-Chef.

Bei dem schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei kamen mindestens 282 Menschen ums Leben. Wegen des Unglücks kam es in Ankara und Istanbul zu Protesten und Rücktrittsforderungen gegen die Regierung. (dpa/dtj)