Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat in der Terrorbekämpfung zur Verhältnismäßigkeit gemahnt. „Wir fahnden nach Terroristen und Kriminellen, nicht nach Muslimen“, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek am Freitag in Berlin. In der Hauptstadt war am Donnerstag die Seituna-Moschee nach Sprengstoff und Waffen durchsucht worden. Verdächtige Gegenstände wurden dabei nach Polizeiangaben nicht gefunden.

Die Moschee in Charlottenburg tue sich seit Jahren „durch vorbildliche Gemeinde- und Integrationsarbeit“ hervor, erklärte der ZMD. Die Polizei habe sich für die Durchsuchung entschuldigt. Politik, Sicherheitsbehörden und Medien müssten „jeden Eindruck des gefährlich wieder anwachsenden Generalverdachtes und Misstrauensdiskurses gegen Muslime“ vermeiden, forderte Mazyek.

Auslöser für die Durchsuchung der Moschee wegen Terrorverdachts war ein Koffer. Wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte, hatte einer der drei Verdächtigen am Donnerstag einen Koffer in dem Gebäude abgestellt. Daraufhin sei entschieden worden, Sprengstoff-Spürhunde einzusetzen. Zwar sei nichts gefunden worden. Allerdings habe der Verdacht bestanden, dass der Tunesier den Inhalt an anderer Stelle im Gebäude versteckt haben könnte. „Wir hatten nie den Verdacht, dass das mit den Betreibern der Moschee zu tun hatte“, so die Polizeibeamten.

Zugleich sicherte der ZMD erneut seine Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu. „Terroristen machen vor niemandem halt, auch und gerade nicht vor Muslimen“, sagte Mazyek. (kna/dpa/dtj)