Die Meinungen über Frauenboxen gehen nicht nur in der Gesamtbevölkerung, sondern auch in ihrer eigenen Familie weit auseinander: Dennoch hat sich Zeina Nassar für diesen Sport entschieden und es mit 17 Jahren auch schon zur Berliner Boxmeisterin gebracht.

Zeina entspricht dabei auch nicht der gängigen Vorstellung, dass Frauen in traditionellen Männersportarten unbedingt ein Problem mit ihrer Geschlechtsidentität haben müssen oder ein politisches Signal gegen traditionelle Rollenvorstellungen aussenden wollen. Das erklärt die junge Boxerin mit libanesischen Wurzeln in einem Promotion-Video, das kürzlich auf die Onlineplattform Vimeo gestellt wurde.

Für Zeina ist Boxen etwas, das Bewegung ermöglicht, Disziplin stärkt, hilft, Aggressionen zu kontrollieren und auf jeden Fall einen Ausgleich schafft. In der Familie sei ihr Hobby erst kritisch beäugt worden. „Die dachten erst mal, ich wär verrückt“ – obwohl ihr Vater früher selbst geboxt hätte.

Am gestrigen Sonntag tat sie es auch. Und verteidigte gegen Violeta Sinanaj ihren Titel.

Religion hat für Zeina einen hohen Stellenwert

Darüber hinaus ist Zeina auch sehr religiös. Das Gebet, der Besuch der Moschee und auch die Erfüllung der religiösen Pflichten im Islam haben für sie einen hohen Stellenwert.

Der hohe Stellenwert, den Religion in ihrem Leben einnimmt, hat sie dazu motiviert, zusammen mit ihrer Trainerin gegen Verbandsbestimmungen anzugehen, die Zeina das Tragen eines Kopftuches im Wettkampf untersagt hatten – mit Erfolg. Zeina gelang es am Ende, durchzusetzen, dass sie bei Wettkämpfen mit Kopftuch antreten kann.

Zeina boxt from Anja Krieger on Vimeo.