Politische Gründe

Berliner Schaubühne sagt Gastspiel in Istanbul ab

Nach der Verhaftung von Journalisten, Künstlern und Menschenrechtlern in der hat die Berliner Schaubühne ein Gastspiel beim 21. Istanbuler Theaterfestival kurzfristig abgesagt. Grund sei die Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter, teilte eine Theatersprecherin am Dienstag auf Anfrage mit. «Die Unmöglichkeit, den Beteiligten in der momentanen Situation eine Garantie für ihre persönliche Sicherheit geben zu können, hat uns letztlich bewogen, nicht in die Türkei zu reisen.»

Das renommierte Theater hatte am 17. und 18. November Shakespeares «Richard III.» bei dem traditionsreichen Festival spielen wollen. Die Veranstalterin, die Istanbuler Stiftung für Kultur und Kunst (IKSV), hatte das Gastspiel als einen der «Eckpfeiler» des diesjährigen Festivals angepriesen.

Auf ihrer Homepage schrieb die Stiftung nun: «Wir bedauern, unser Publikum darüber informieren zu müssen, dass das Stück unglücklicherweise wegen der Entscheidung des Ensembles im letzten Moment abgesagt worden ist.» Die Schaubühne, die schon mehrfach bei den Theatertagen war, erklärte: «Für unsere Partner vom Theaterfestival und unsere Zuschauer bedauern wir sehr, dass sie unter einer Situation leiden, die sie nicht verursacht haben.»

In der Türkei sind derzeit noch mindestens neun Staatsbürger aus politischen Gründen inhaftiert, deren Freilassung die Bundesregierung fordert. Das Auswärtige Amt hatte die Reisehinweise für die Türkei in den vergangenen Monaten verschärft, was die türkische Regierung scharf kritisiert hatte. Das Auswärtige Amt weist unter anderem darauf hin, dass auch deutsche Staatsbürger mit Festnahmen rechnen müssten – «in allen Landesteilen der Türkei einschließlich der touristisch frequentierten Regionen».

Anzeige:

dpa/dtj