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Feierlicher Abschluss einer umfassenden Restaurierung: Im Rahmen eines Gottesdienstes hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. eine der bedeutendsten orthodoxen Kirchen des 19. Jahrhunderts in Istanbul neu geweiht. Wie die Presseagentur kathpress am Dienstag unter Berufung auf die Stiftung Pro Oriente berichtete, handelt es um die „Verklärung-Christi-Kirche“ auf dem Sisli-Friedhof. Auf dem 1859 angelegten Friedhof sind den Angaben zufolge 85.000 griechisch-orthodoxe Christen beerdigt, was die Anlage zu der größten ihrer Art außerhalb Griechenlands macht.

Die Friedhofskirche selbst stammt aus dem Jahr 1888 und wurde in den vergangenen vier Jahren unter Beteiligung von Spezialisten aus der Türkei und aus Griechenland umfassend saniert. Der Friedhof war ab der Machtergreifung des jungtürkischen „Komitees für Einheit und Fortschritt“ in den Jahren 1908 beziehungsweise 1913 immer wieder Ziel von Angriffen und Schändungen.

Beerdigungen von christlichen Einwohnern Istanbuls

Der Status des Friedhofs war dem Bericht zufolge bis vor kurzem „unklar“ – wie bei vielen anderen christlichen Einrichtungen in der bis 1914 zu mehr als 50 Prozent christlichen Bosporus-Metropole. Bis heute finden dort aber Beerdigungen von christlichen Einwohnern Istanbuls statt, nicht nur griechischer, sondern auch bulgarischer, russischer, serbischer und syrischer Herkunft.

Auf dem Friedhof befinden sich die Grabstätten zahlreicher bedeutender orthodoxer Politiker, Wissenschaftler, Industrieller, die in den letzten Jahrzehnten des Osmanischen Reiches eine große Rolle spielten.

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KNA/dtj