“Besuchen Sie uns doch auch mal in Kasachstan…!” – mit diesen Worten verabschiedet sich Elan vom Leverkusener Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD). Elan ist seit ein paar Tagen in Deutschland – jedoch nicht etwa als Flüchtling.

Nein, er sang am Wochenende dem Oberbürgermeister in dessen Rathaus ein Lied in seiner Muttersprache vor. Das Lied hat Elan mittlerweile auswendig gelernt und kann es fehlerfrei vortragen. Er übt schließlich mittlerweile seit einem halben Jahr – ebenso wie andere Schüler und Schülerinnen aus über 150 Ländern.

Sie alle – insgesamt etwa 600 Kinder und Jugendliche – stehen im Mittelpunkt des 14. Internationalen Sprach- und Kulturfestivals (iflc), dessen Finale in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge in Nordrhein-Westfalen stattfindet. Dass die größte Veranstaltung der Hizmet-Bewegung – die in der Türkei seit 2013 politisch verfolgt wird – aus der Türkei verbannt wurde, haben die Initiatoren zum Anlass genommen, sie auf internationaler Ebene um ein Vielfaches zu erweitern. Während die Veranstaltung unter der ehemaligen Bezeichnung „Türkisch-Olympiade“ nur in der Türkei zelebriert wurde, findet das iflc heute in vielen Ländern der Welt statt.

Ministerien unterstützen die Veranstaltung

Auch von offizieller Seite wird das Event unterstützt. Im vergangenen Jahr übernahm Svenja Schulze (SPD), die nordrhein-westfälische Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, die Schirmherrschaft. In diesem Jahr macht das das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales. Zum Finale am 28. Mai in Düsseldorf werden zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kunst erwartet.

Die Teilnehmer sind bereits seit mehreren Wochen in Deutschland und bereiten sich in Vorveranstaltungen auf ihren großen Tag vor, an dem sie neben Gesang auch Tanz- und Schauspielaufführungen darbieten werden.

Ziel der Veranstaltung ist es, interkulturellen Austausch und den gesellschaftlichen Frieden zu fördern. Dass man dies mit Kunst und Kultur schaffen kann, findet auch Hans-Jürgen Oster, Amtsleiter der Stadt Köln, den Elan ebenfalls besuchte. Da die Verständigung zwischen den Völkern keine Einbahnstraße ist, hat Elan Oster auch gleich in seine Heimat eingeladen.