Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) will einem Bericht von „Radikal“ zufolge das obligatorische Gebet am ersten Tag des Ramadan-Festes verbieten. Der IS drohte demnach denjenigen harte Strafen an, die in ihrem Herrschaftsgebiet dieses Gebiet verrichten.

Das Gebet findet jeweils am ersten Tag des Ramadan- bzw. Opferfestes am frühen Morgen statt. In diesem Jahr wird das Gebet am morgigen Freitag verrichtet.

Der IS habe als Grund für das Verbot angegeben, dass es zu Zeiten des Propheten Muhammad dieses Gebet nicht gegeben habe und es daher eine unerlaubte Neuerung (Bidʿa) im Islam darstelle.

Al-Azhar verurteilt Vorhaben

Der IS hatte zuvor auch die Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten Muhammad mit der gleichen Begründung verboten. Er geht rigoros gegen Grabmale und alte kulturelle Bauten vor, da sie das Ein-Gottes-Prinzip verletzten. IS-Einheiten hatten im September 2014 in Tikrit im heutigen Irak 40 Prophetengefährten-Gräber sowie ein Grabmal, das dem Propheten Jonas zugeschrieben wird, verwüstet. Der IS kündigte zudem an, die Pyramiden in Ägypten zu zerstören.

Scharfe Kritik kam von der Al-Azhar-Universität in Kairo. Sie verurteilte das Vorhaben des IS, das Ramadan-Gebet zu verbieten und rief Muslime dazu auf, Terroristen, „die islamische Heiligtümer und Muslime angreifen“, kein Gehör zu schenken. Sie hätten keinerlei Befugnis, religiöse Rechtsgutachten (Fatwas) auszusprechen. Al-Azhar gilt als anerkannte religiöse Autorität in der islamischen Welt.