Bilal-Erdogan
Bilal Erdogan

Bilal Erdoğan, der Sohn des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, hat gegenüber der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera erklärt, dass er keinen Ölhandel mit dem IS treibe.

Das ganzseitige Interview, das mit „Junger Erdoğan verteidigt sich: Ich baue Büros, ich verkaufe kein Öl“ betitelt war, erschien am Dienstag. Erdoğan war von Russland beschuldigt worden, persönlich in den Ölhandel mit der Terrormiliz verwickelt zu sein.

Bilal Erdoğan lebt seit Oktober in Italien und will an der John Hopkins Universität in Bologna seine Promotion fortsetzen.

„Der IS repräsentiert nicht den Islam“

Bezogen auf die IS-Vorwürfe erklärte der 35-Jährige: „Ja, es stimmt, wir haben Schiffe, aber wir betreiben sie nicht. Ich weiß nicht, wie ich diese Vorwürfe entkräften soll. Ich betreibe keinen Ölhandel, erst recht nicht mit dem IS. Der IS ist der Feind meines Landes, er repräsentiert in keinster Weise den Islam. Ich sehe seine Vertreter und Anhänger nicht mal als muslimisch an.“

Der Ölhandel in der Region sei schon immer ein Problem gewesen. „Aber in den letzten drei Jahren geht die Türkei rigider mit dem Thema um, denn wir wollen nicht, dass sich der IS durch den Ölhandel finanziert.“ Besonders die 900 km lange Grenze mit Syrien sei eine große Herausforderung. Daher sei eine Pufferzone von enormer Wichtigkeit gewesen, „doch die Weltgemeinschaft hat uns hier leider nicht zugehört“, so Erdoğan.

Russland-Krise und Kampf gegen die Hizmet-Bewegung

Bezogen auf die Krise mit Russland sagte der Präsidentensohn: „Der Vorfall ist traurig, Russland ist seit langer Zeit unser Partner. Aber wir müssen uns auf die wahren Probleme konzentrieren, und das sind der IS und Syrien.“

Zum Kampf gegen die Hizmet-Bewegung vertrat Erdoğan eine ähnliche Meinung wie sein Vater. „Es stimmt, es gab eine Zusammenarbeit zwischen meinem Vater und Fethullah Gülen. Die Hizmet-Bewegung hatte eine andere Auffassung vom Islam als wir. Wir denken, dass sie nicht transparent genug ist, sie haben wichtige Stellen in der Justiz und im Polizeiwesen besetzt und damit eine Parallelstruktur gebildet.“ Beweise legte er nicht vor.

Zum Schluss wollte die Zeitung wissen, warum sich Erdoğan in Italien aufhalte. „Ich wäre gerne in der Türkei, aber dort kann ich mich nicht konzentrieren. Hier schaffe ich es, auch wenn es einem die Vorwürfe schwer machen“, antwortete der 35-Jährige darauf.