29.06.2018, Berlin: Die Humboldt-Universität an der Straße Unter den Linden in Berlin. Die Humboldt-Universität entscheidet über Gründung eines Instituts für Islamische Theologie. Das HU-Kuratorium tritt zusammen, um über die Institutsgründung zu entscheiden. Dort sollen Imame ausgebildet werden. Die Neugründung ist umstritten, weil dem Institutsbeirat drei konservative Islamverbände angehören sollen, die ein Vetorecht etwa bei der Berufung von Professoren haben sollen. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Berliner Humboldt-Universität hat der Gründung eines Instituts für Islamische Theologie zugestimmt. Das Kuratorium stimmte bei einer Enthaltung für das Institut, wie die Hochschule am Freitag mitteilte. An ihm sollen Imame und Religionslehrer ausgebildet werden. Die Neugründung ist umstritten, weil dem Institutsbeirat nur traditionell-konservative Islamvertreter angehören sollen.

Vertreter der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden (IGS), des Zentralrats der Muslime und der Islamischen Föderation werden zusammen mit zwei Wissenschaftlern dem Gremium angehören, das über die Besetzung von Professuren mitentscheidet. Liberale Muslime, darunter die Menschenrechtsanwältin Seyran Ates, sowie die Berliner CDU und die Grünen hatten die Zusammensetzung des Beirats kritisiert.

Zum Wintersemester 2018/19 werden am Institut fünf Professuren eingerichtet. Das Land Berlin stellt bis 2022 dafür 13 Millionen Euro zur Verfügung.