Die Bitcoins werden als neue Geld der Zukunft angepriesen.

Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, testen jetzt auch einige Berliner Läden Bitcoins als Zahlungsmittel. Das virtuelle Geld kursierte bis dato vor allem im Internet, in Berlin findet es nun seinen Weg in den herkömmlichen Handel.

Bitcoins sind eine alternative Währung, die unabhängig von Banken und Politik entstanden ist. 2009 wurde sie von einem unbekannten Programmierer oder einem Team aus Programmierern unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ entwickelt. Für die Ausgabe ist dabei keine Zentralbank verantwortlich, welche die Menge des in Umlauf befindlichen Geldes reguliert und so Inflation oder Deflation beeinflusst. Computerbesitzer selbst können Bitcoins durch das sogenannte „Mining“ erzeugen. Vor allem im libertären Spektrum erfreuen sich Bitcoins großer Beliebtheit, da man sie für eine marktgerechte Alternative zum politisch manipulierbaren Zentralbanksystem hält.

Der Wert eines Bitcoins ist sehr volatil. Seit Sommer 2012 hat er sich jedoch vervielfacht und liegt derzeit um knapp ein Zwanzigfaches höher als im Vorjahr. Am 22.08. lag der Wert laut Online-Handelsbörse Bitcoin.de bei 84,80€.

In Thailand wurde der Handel mit Bitcoins bereits verboten. Die thailändische Zentralbank entschied, dass Bitcoins mangels gesetzlicher Grundlagen nicht als Währung anzusehen sind und daher folglich nicht für Zahlungsvorgänge verwendet werden dürfen.

US-Behörden streben nach Regulierung

Die USA wählen hingegen einen anderen Zugang zu diesem neuen Phänomen: Ein Richter hatte Bitcoins kürzlich als virtuelle Währung eingestuft, da man damit Güter oder Dienstleistungen erwerben könne. Zudem sei der Tausch in andere konventionelle Währungen wie Dollar, Euro oder Yuan möglich. Folglich seien Bitcoins eine Währung.

Dies würde sie allerdings auch dem potenziellen Zugriff durch die US-Behörden aussetzen. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) hatte denn prompt bereits im März die Anbieter von Bitcoins als Finanzdienstleister eingestuft.

Kritiker des Bitcoin-Systems befürchten zum einen Hype, der an den 2002 zusammengebrochenen Neuen Markt erinnert. Zum anderen wittern sie Erleichterungen für Geldwäscher, denen die stark schwankenden Kurse wenig Sorgen bereiten. Zumal es bereits einen Präzedenzfall in dieser Richtung gab: So wurde im Mai 2013 der Betrieb des Internet-Bezahlsystems Liberty Reserve aus Costa Rica von Strafverfolgungsbehörden eingestellt. Es soll die Basis für einen gigantischen Geldwäsche-Ring gewesen sein.

In Deutschland scheinen die Bedenken hinsichtlich der Digitalwährung zurzeit noch wenig gewichtig zu sein. Die virtuellen Münzen seien rechtlich, steuerlich gebilligt und als „Rechnungseinheiten“ zugelassen, berichtet der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler auf seiner Homepage. Der libertär orientierte und stark an der Österreichischen Schule der Nationalökonomie orientierte Politiker beruft sich auf die Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage, die er als Parlamentarier gestellt hatte.