Diebe haben auf der Baustelle für die neue Zentrale des BND in Berlin offenbar Wasserhähne gestohlen und damit das Gebäude unter Wasser gesetzt.
Diebe haben auf der Baustelle für die neue Zentrale des BND in Berlin offenbar Wasserhähne gestohlen und damit das Gebäude unter Wasser gesetzt.

Diebe haben auf der Baustelle für die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes (BND) in Berlin offenbar Wasserhähne gestohlen und damit das Gebäude unter Wasser gesetzt. Im Übergangsbereich vom nördlichen Gebäudetrakt zum zentralen Teil des riesigen Komplexes hätten im vierten, fünften und sechsten Stockwerk zum Teil Wasserhähne gefehlt, als am Dienstagvormittag Wasserleitungen durchgespült wurden, hieß es. Daraufhin sei eine größere Menge Wasser ausgetreten und durch mehrere Zwischendecken in untere Teile des Gebäudes gelaufen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Berlin. Das Wasser lief laut der „Berliner Zeitung“ auch in Kabelschächte und beschädigte die Lüftung.

In dem betroffenen Bereich sind Büroräume der BND-Mitarbeiter untergebracht. Der zentrale Sicherheitsbereich im Gebäude war aber anscheinend nicht von dem Wasserschaden betroffen.

Nach Angaben der Polizei gibt es jedoch keine Spuren eines Einbruchs. Die Baustelle in Berlin-Mitte wird von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht und gilt als besonders gut gesichert. Die Polizei ermittelt wegen der Zerstörung von Gebäuden. Die Hintergründe sind unklar. Nach dpa-Informationen gehen mit der Baustelle vertraute Experten nicht von einem einfachen Diebstahl aus. Geprüft werde, ob sich beispielsweise ein Mitarbeiter einer Baufirma einen Jux habe machen wollen, oder ob die Wasserhähne aus politischen Motiven entfernt worden seien, um den BND zu schädigen.

Umzug des BND verzögert sich bereits bis 2017

Eine Sprecherin des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung (BBR), das für das größte Bauprojekt des Bundes nach dem Krieg zuständig ist, wollte sich zu Details weiterhin nicht äußern. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Auch die Videoaufzeichnungen der Überwachungskameras an dem scharf bewachten Gebäudekomplex werden ausgewertet.

Welche Auswirkungen der Wasserschaden auf die weiteren Umzugspläne des deutschen Auslandsgeheimdienstes in seine neue Zentrale mitten in Berlin hat, war am Donnerstag offen. Auch die Höhe des Sachschadens blieb nach wie vor unklar.

Im vergangenen Jahr war bekanntgeworden, dass sich der komplette Umzug in die neue BND-Zentrale bis in das Jahr 2017 hinein verzögert. Als Grund wurden damals Probleme mit der technischen Ausstattung wie etwa mit Bewegungsmeldern und Sensoren, aber auch solche mit dem Lüftungssystem genannt. Zuletzt war der Bezug bis Ende 2016 vorgesehen; Baubeginn war im Oktober 2006. In der neuen Zentrale sollen einmal rund 4.000 Mitarbeiter arbeiten. (dtj/dpa)