Die niederländische Justiz hat den eigenen Staat dazu verurteilt, Entschädigungen an Angehörige von drei Opfern des Massakers von Srebrenica zu zahlen.

Der niederländische Staat muss nach einem Urteil der niederländischen Justiz den Angehörigen von drei bosnischen Männern, die beim Massaker von Srebrenica von Einheiten der bosnischen Serben getötet worden waren, eine Entschädigung zahlen. Die Entschädigungssumme beträgt insgesamt 80.000 €. Die Summe ist eine riesen Enttäuschung sagte die Anwaltin der bosnischen Familien Liesbeth Zegveld und fügte hinzu: „Wir respektieren die Entscheidung des Gerichts. Aber aus unserer Sicht ist ein sehr geringer Betrag für die Entschädigung.“

Das Gericht hatte beschlossen, dass die damals in Srebrenica stationierten niederländischen Soldaten ihre Pflicht nicht erfüllten und damit für den Tod der drei Männer verantwortlich sind. Sie hatten die drei Bosniaken, die Schutz bei den Blauhelmsoldaten gesucht hatten, keinen Einlass in ihren Stützpunkt gewährt.

In den Tod geschickt

Kläger war Hasan Nuhanović, der zu der Zeit der Morde als Dolmetscher für die Niederländer tätig. Er hatte damals drei Verwandte zum niederländischen Stützpunkt gebracht, um sie vor den heranrückenden Einheiten der bosnischen Serben unter General Ratko Mladić in Sicherheit zu bringen. Die drei Männer wurden von den niederländischen Soldaten jedoch nicht dauerhaft in den Stützpunkt hineingelassen, da sie keine Bedienstete waren. Daraufhin wurden die drei Bosniaken von serbischen Milizen getötet.

Auch der Verein „Mütter von Srebrenica“ hat die Niederlande verklagt. Das Urteil in diesem Fall wird voraussichtlich am 16 Juli gefällt.

Am 11. Juli 1995 waren während des Bosnienkriegs Einheiten bosnischer Serben unter dem Kommando von Mladić in die offiziell von niederländischen Blauhelmsoldaten geschützte Stadt Srebrenica einmarschiert. Bei dem Anschließenden Massaker, dass sich über mehrere Tage erstreckte, wurden mehr als 8000 unbewaffnete muslimische Bosniaken getötet. Die mutmaßlichen Verantwortlichen für das Massakers von Srebrenica, Ratko Mladić und den früheren Präsidenten der sog. Republik Srpska, Radovan Karadžić, stehen momentan vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Ihnen wird unter anderem Verstöße gegen das Kriegsrecht, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord vorgeworfen.

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