Der Bauherr der DİTİB-Zentralmoschee Köln sucht Mieter für die 18 Läden im angeschlossenen Einkaufszentrum.

Auf die Kölner Großmoschee ist am Montagmorgen ein Brandanschlag verübt worden. Nach Angaben der Polizei entzündete ein 31-Jähriger an einer Eingangstür der Moschee in Köln-Ehrenfeld mehrere Gegenstände. Der Täter sei festgenommen worden. Deutschlands größtes islamisches Gotteshaus der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) ist noch nicht eröffnet.

Passanten hatten nach den Angaben gegen 9.15 Uhr einen Mann beobachtet, der in einer schwarzen Limousine an der Moschee an der Venloer Straße vorfuhr. Er nahm mehrere Gegenstände aus seinem Fahrzeug, platzierte sie an der Eingangstür und setzte sie in Brand. An der Tür entstand Sachschaden. Der Täter flüchtete mit seinem Fahrzeug, wurde aber noch auf der Venloer Straße von der Polizei angehalten und festgenommen.

Die Polizei ermittelt derzeit die Hintergründe und prüft einen Zusammenhang mit weiteren Sachbeschädigungen, wie es hieß. So war am Sonntagabend gegen 22.00 Uhr ein Unbekannter mit seinem Wagen in das Tiefgaragen-Tor der Kölner Moschee gefahren, hatte es beschädigt und geflüchtet.

Zudem beobachteten laut Polizei Zeugen, wie ein Fahrer mit einem schwarzen BMW in der Nacht zu Montag Schäden an den Moscheen in Hürth und Wesseling verursachte. In Hürth fuhr er in einen Pavillon mit Bänken, wobei ein Aschenbecher Feuer fing. In Wesseling wurde ein Mülleimer in der Nähe des Gotteshauses angezündet.

„Politiker müssen Muslimen die Grenzen aufzeigen“

Von einem „schockierenden Anschlag auf die Demokratie und die Freiheit von uns allen“ sprach der religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, in Berlin. „Wer Gotteshäuser anzündet, schreckt auch nicht zurück, Menschen zu töten.“ Seit 2001 hat es in Deutschland mehr als 219 Anschläge auf islamische Einrichtungen gegeben. Die Täter blieben meist unausgeforscht.

Die Ditib-Zentralmoschee war bereits vor ihrer Grundsteinlegung im Jahre 2009 Ziel der Agitation islamfeindlicher und sonstiger rechtsextremer Gruppen. Jüngst hatte der Vorschlag einer türkischen Dachorganisation in Deutschland, es solle ein gesetzlicher muslimischer Feiertag in Deutschland eingeführt werden, trotz der durchwachsenen Reaktion in der muslimischen Community zu einer neuerlichen Aufwallung islamfeindlichen Hasses geführt, der auch in die Mainstreammedien Eingang fand. So wurde kürzlich in der „Welt“ gefordert, „Politiker müssen Muslimen die Grenzen aufzeigen“. (KNA/dtj)