Um Einwanderer aus Krisengebieten aufzuhalten, hat Bulgarien einen raschen Weiterbau des Grenzzauns zur Türkei beschlossen. Das Parlament stimmte am Mittwoch mit großer Mehrheit dafür, den Ausbau von den Regelungen für öffentliche Aufträge auszunehmen; dadurch entfallen bürokratische Hürden. Der Stacheldrahtzaun soll um 82 Kilometer verlängert werden. Kosten soll der neue Abschnitt 90 Millionen Lewa (46 Mio Euro).

„Der Bau des Schutzzauns ist eine Botschaft an den Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika, dass Bulgarien kein offener Hof mehr ist“, sagte der Chef des Parlamentsausschusses für Verteidigung, General Micho Michow, vor der Abstimmung.

Entlang der 275 Kilometer langen bulgarischen Grenze zur Türkei waren 2014 die ersten 30 Kilometer des drei Meter hohen Zauns errichtet worden. Der Bau verringerte in dem Jahr nach Angaben des Innenministeriums die Zahl der nach Bulgarien gelangten Flüchtlinge auf 6000. Im Jahr davor waren 11 000 Immigranten aus Krisenländern wie etwa Syrien in das Land gekommen. Dies überschritt die Aufnahmekapazitäten des ärmsten EU-Landes. (dpa/dtj)