Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD, l) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan geben sich am 05.06.2017 vor ihrem Treffen in Ankara (Türkei) die Hand. Foto: Uncredited/Pool Presidential Press Service/dpa

Trotz des angekündigten Abzugs der deutschen Soldaten aus Incirlik ist Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bei seinem Türkei-Besuch von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan empfangen worden. Das Gespräch hinter verschlossenen Türen im Präsidentenpalast in Ankara habe eine Stunde gedauert, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Anadolu verbreitete ein Foto, auf dem Gabriel und Erdogan sich die Hand geben, aber nicht lächeln.

Nach einem Krisentreffen mit seinem Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu hatte Gabriel zuvor einen Abzug der Bundeswehr-Soldaten vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik angekündigt. Cavusoglu hatte sich geweigert, das von der Bundesregierung geforderte uneingeschränkte Besuchsrecht für Bundestagsabgeordnete bei den 260 deutschen Soldaten zu gewähren. Gabriel und Cavusoglu betonten aber, dass sie den Streit nun beilegen und nach vorne blicken wollten.

Erdogan empfängt Gabriel, Binali Yildirim hat keine Zeit

Ministerpräsident Binali Yildirim sagte ein Treffen mit Gabriel türkischen Medienberichten zufolge aus Zeitgründen ab. Erdogan ist allerdings deutlich einflussreicher als Yildirim. Schon vor Gabriels Besuch hatte Erdogan auf die deutsche Drohung mit einem Abzug der Soldaten demonstrativ gelassen reagiert. Ein solcher Schritt sei «für uns kein großes Problem», sagte er. «Wenn sie gehen, dann sagen wir eben auf Wiedersehen. Nichts weiter.»

dpa