Bundeslanzlerin Angela Merkel und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan
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Die Türken haben am Sonntag über die Zukunft ihres Landes entschieden. Mit knapper Mehrheit stimmten die Türken für eine Verfassungsänderung und damit der Einführung des Präsidialsystems. Die Ereignisse des Abends können Sie HIER in zusammengefasster Form lesen. Die Reaktionen aus dem Ausland ließen nicht lange auf sich warten. Während die Türkei von vielen ausländischen Staatsmännern bereits am Sonntag Anrufe erhielt, veröffentlichte die Bundesregierung Montagmorgen Pressemitteilung, in der Kanzlerin Merkel und Außenminister Gabriel zu Wort kommen. Darin erklärt die Bundesregierung ihre Hoffnung auf einen respektvollen Dialog „mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes“. 

Zum Referendum über eine Verfassungsänderung in der Türkei erklären Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Sigmar Gabriel:

„Das türkische Volk war aufgerufen, über eine Änderung der Verfassung der türkischen Republik abzustimmen. Die Bundesregierung nimmt das vorläufige Abstimmungsergebnis zur Kenntnis. Sie respektiert das Recht der türkischen Bürgerinnen und Bürger, über ihre eigene Verfassungsordnung zu entscheiden. 

Der knappe Ausgang der Abstimmung zeigt, wie tief die türkische Gesellschaft gespalten ist. Das bedeutet große Verantwortung für die türkische Staatsführung und für Präsident Erdogan persönlich. Die Bundesregierung erwartet, dass die türkische Regierung nun nach einem harten Referendumswahlkampf einen respektvollen Dialog mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften des Landes sucht. 

Die Bundesregierung dankt der OSZE-Wahlbeobachtermission für ihre Arbeit im Vorfeld und während des Referendums. Der abschließenden Einschätzung der OSZE-Wahlbeobachter am heutigen Montag soll nicht vorgegriffen werden. Die Bundesregierung misst dieser Bewertung besondere Bedeutung bei. Der Leiter des OSZE-Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte, Michael Link, hatte bereits vergangene Woche Zweifel an der Gewährleistung fairer Bedingungen für das Referendum geäußert. 

Die Bundesregierung ruft in Erinnerung, dass die Venedig-Kommission des Europarats gravierende Bedenken sowohl hinsichtlich des Verfahrens als auch der Inhalte dieser Verfassungsreform geäußert hat. Als Mitglied des Europarats, der OSZE und als EU-Beitrittskandidat, der den Kriterien der EU von Kopenhagen zu Demokratie und Grundrechtsschutz verpflichtet ist, muss die türkische Regierung diesen Bedenken Rechnung tragen. Darüber müssen schnellstmöglich politische Gespräche mit der Türkei stattfinden, sowohl auf bilateraler Ebene als auch zwischen den europäischen Institutionen und der Türkei.“