Bundesweit warten 12 000 Schwerkranke auf eine Organspende

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) hat an die Bevölkerung appelliert, sich intensiv mit dem Thema Organspende zu befassen. Um das Vertrauen in das System zu erhöhen, müssten Manipulationen beider Organvergabe verhindert werden, betonte die Ministerin am Samstag bei der zentralen Veranstaltung zum Tag der Organspende in Essen. Nach dem Auffliegen schwerer Betrügereien vor knapp einem Jahr ist die Zahl der Organspender dramatisch gesunken – 2012 um 12,8 Prozent auf 1046 Spender.

Steffens zufolge sollte sich jeder einzelne gut informieren, seine persönliche Entscheidung treffen und sie möglichst Angehörigen mitteilen, um diese nicht im Ernstfall unvorbereitet zurückzulassen. Neben Politikern wollen auch Kirchenvertreter, Prominente und Transplantations-Gesellschaften das Thema stärker in den Fokus rücken. Bundesweit warten 12 000 Schwerkranke auf eine Organspende. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zufolge sterben täglich drei Menschen, weil es für sie kein passendes Organ gibt.

Im Sommer Juli 2012 war bekanntgeworden, dass ein Göttinger Arzt planmäßig falsche Gesundheitsdaten von Patienten des Uniklinikums an das Unternehmen Eurotransplant gemeldet haben soll, damit die eigenen Patienten beim Empfang einer Spenderleber bevorzugt werden. Auch in weiteren Kliniken soll es Manipulationen gegeben haben. (dpa)