Geht Burak Yılmaz oder geht er nicht? Diese Frage beschäftigte Galatasaray und seine Fans fast in jeder Transferperiode in den letzten zwei Jahren. Während sie anfangs wegen seiner guten Torausbeute gestellt wurde, traten jüngst andere Aspekte wie etwa seine uninspirierten Auftritte in den Vordergrund.

Und als klar, dass auch in diesem Jahr ein Transfer in eine europäische Liga nicht mehr möglich war, hatten sich alle Parteien mit dem Gedanken angefreundet, dass Yılmaz auch in der Rückrunde für die Gelb-Roten auf Torejagd gehen würde.

Doch dann schlug die große Stunde der chinesischen Klubs. Am Freitag, wenige Stunden vor dem Ligaspiel gegen Konya, erschütterte die Nachricht, wonach Beijing Guoan sich mit dem Spieler und dem Klub einig war, die türkische Fußball-Welt. Der Stürmer, den sie in der Türkei zu lieben und hassen gelernt hatten, sollte nicht mehr für Galatasaray auflaufen? Das war irgendwie ein komischer Gedanke.

Offenbar auch für Yılmaz selbst. Er stand am Samstag nicht im Kader, sah auf der Tribüne zu, wie seine (früheren) Teamkollegen sich gegen den biederen Gast aufrieben und am Ende ohne Tor und Gegentor  der durchwachsenen Saison ein weiteres Kapitel anhingen.

„Wenn die Tinte trocken ist, werde ich eine Pressekonferenz abhalten und über Dinge reden, die bisher unter Verschluss waren. Ich wünschte, dies würden andere tun. Aber wenn es keiner macht, muss ich es halt übernehmen.“ Es hat sich einiges an Frust in dem Stürmer aufgestaut, wie diese Sätze verdeutlichen.

Der Wechsel nach China, auch das wird klar an den Ausführungen, ist noch nicht perfekt. Dennoch verzichtete Coach Mustafa Denizli auf die Dienste des Goalgetters, wohl auch um nicht weitere Unruhe im ohnehin nicht ganz ruhigen Umfeld des türkischen Rekordmeisters aufkommen zu lassen.

Das wollte Yılmaz auch nicht. Die Scheidung soll sauber ablaufen, die auf dem Papier erfolgreiche Liaison – immerhin schoss er in 141 Pflichtspielen für Cimbom 82 Tore – professionell beendet werden. „Ich werde zur Stunde nichts sagen. Stellt keine Fragen. Es ist eine heikle Phase. Warten wir alle gemeinsam die Unterschriften ab. Dann werde ich das nötige tun.“

Warten wir es ab.