Osman Kımıl, Präsident des Bundesverbandes der Unternehmervereinigungen (BUV), begrüßte die Thematisierung der Ausbildungsproblematik von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien auf der 7. Integrationskonferenz.

Noch immer wissen viele Schüler nicht, welche Ausbildung sie mal machen möchten. „Die Jugendlichen kennen viele Berufe und ihre Inhalte nicht. Wenn es ein Jugendlicher es bis zur 10. Klasse geschafft hat sucht er seinen Ausbildungsberuf entweder nach dem was er bis dahin gehört hat aus oder was er in einem Praktikum gesehen hat. Es gibt eine ernst zu nehmende Wissenslücke, was Ausbildungen und deren Inhalte angeht“, sagte Kımıl.

Gewinn für junge Menschen und Wirtschaft

Der BUV-Präsident findet es daher wichtig, wenn die Schüler zwischen der 7. und zehnten 10. Klasse diesbezüglich unterrichtet werden. Dadurch könnten auch die Familien mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten erfahren. Zudem würde die hohe Zahl der Ausbildungsabbrecher zurückgehen. „Das wäre nicht nur ein Gewinn für die Jugendlichen, sondern auch für die Wirtschaft. Als Arbeitgeber unterstützen wir solche Vorhaben. Die Lehrer an den Berufsschulen könnten für solche Projekte herangezogen werden“, so Kımıl.

Der BUV-Präsident hat diese Idee bereits mit mehreren Ministern geteilt. Auf der Integrationskonferenz teilt er mit, dass er diesbezüglich positive Resonanz erhalten hat. Kımıl schlägt daher vor, das Vorhaben als Pilotprojekt an den Schulen zu starten. So lassen sich Probleme von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien auf dem Arbeitsmarkt lassen nicht nur gesellschaftlich lösen.

Darüber hinaus haben immer noch viele Jugendliche mit Migrationsgeschichte nach Ansicht von Kımıl nicht erkannt, wie wichtig eine Ausbildung ist. Weil viele jungen Menschen nicht genug Berufe kennen, würden daher viele der Betroffenen die Lösung an den Universitäten sehen.

Anonyme Bewerbungen lösen Problem nicht ganz

In der Vergangenheit wurde oft über die Einführung sog. anonymer Bewerbungen diskutiert. Das würde aber das Problem nicht ganz lösen. „Am Ende kommt es auf die Einstellung des Arbeitgebers an“, so Kımıl. Der Präsident des Unternehmerverbandes empfiehlt türkischstämmigen Unternehmern sich ein Bewusstsein über das Thema Ausbildung anzueignen.

Viele Betriebe von Zuwanderern bilden aus und sind auch vorbildlich in Sachen Ausbildung. „Wenn Betriebe von Zuwanderern junge Menschen ausbilden, achten sie nicht auf ihre ethnische Herkunft. Es wird nicht nach Deutschen und Türken unterschieden. Gerade in Betrieben von türkischen Unternehmern werden viele jungen Deutsche ausgebildet. Das ist vorbildlich“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Unternehmervereinigungen.