Champions League - Achtelfinale, Hinspiele: Bayer Leverkusen - Atletico Madrid am 25.02.2015 in der BayArena in Leverkusen (Nordrhein-Westfalen). Leverkusens Torschütze zum 1:0 Hakan Çalhanoğlu (r) jubelt bei seiner Auswechselung. Leverkusen gewinnt 1:0.

Mit Powerfußball hat sich Bayer Leverkusen eine gute Ausgangsposition verschafft und kann nach dem 1:0 (0:0) gegen Atlético Madrid auf die Viertelfinal-Teilnahme in der Champions League hoffen. Nach bärenstarker Vorarbeit von Karim Bellarabi erzielte Hakan Çalhanoğlu (57.) am Mittwochabend das erlösende Tor vor 29 079 Zuschauern in der Bay-Arena. Nach vier Achtelfinal-Pleiten kann Leverkusen endlich den Königsklassen-Fluch beenden. Im Rückspiel am 17. März hat die Werkself nach dem hochverdienten Erfolg beim Champions-League-Finalisten des Vorjahres alle Chancen. Allerdings vergab der Bundesliga-Sechste nach der Gelb-Roten Karte von Tiago (76.) den möglichen höheren Sieg.

Der Plan von Trainer Roger Schmidt, mutig und forsch aus einer sicheren Abwehr, in der der gesperrte Ömer Toprak fehlte, heraus zu agieren, war trotzdem aufgegangen. Das Tor war etwas für Fußball-Feinschmecker. Bellarabi spielte mit der Hacke auf Çalhanoğlu. Der frühere Hamburger traf unter den Augen des türkischen Nationaltrainers Fatih Terim aus ganz spitzem Winkel – die Leverkusener hatten sich für ihre feine Leistung belohnt. „Wir waren die klar bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen“, sagte der türkische Nationalspieler im ZDF. „Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis. Wir haben ein super Spiel gemacht“, meinte der starke Torhüter Bernd Leno.

Dauer-Druck mit Çalhanoğlu als Schaltzentrale

Schon in der Anfangsphase bestimmten Leverkusen das Spiel. Nach einem Çalhanoğlu-Eckball hatten sie auch die erste Chance. Einen Spahic-Schuss klärte Stürmer Mario Mandzukic auf der Linie. Aggressiv ging der Bundesliga-Sechste in die Zweikämpfe. Bayer spielte mutig und vor allem klug nach vorne. Und hätte sich in der 26. Minute für beinahe belohnt, als der Bosnier Emir Spahic aus 30 Metern nur die Latte traf. Die Werkself setzte den spanischen Meister unter Dauer-Druck.

Mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahre und 260 Tage hatte Trainer Diego Simeone die älteste Atlético-Mannschaft der Champions-League-Geschichte auf das Feld geschickt. Und die Gäste hatte auch noch Verletzungspech. Der Brasilianer Siqueira musste schon in der 38. Minute vom Feld und wurde durch Jesus Gamez ersetzt. Vier Minuten später wechselten die Gäste erneut: Raul Garcia kam für Saul Niguez, der von Ärzten in der Kabine behandelt werden musste und ins Krankenhaus gefahren wurde. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann hatten Spanier ihre große Chance. Den Seitfallzieher des Portugiesen Tiago parierte Bernd Leno bravourös. Der Treffer hätte den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Arda Turan ohne große Akzente

Die Hausherren spielten nach der Pause so weiter, wie sie aufgehört hatten. Nach dem Gegentor brachte Simeone in der 64. Minute „El Nino“ Fernando Torres für den blassen Arda Turan und stärkte die Offensive. Kurz zuvor hatten die Madrilenen einen Elfmeter gefordert, weil der Brasilianer Wendell den Ball mit der Hand gespielt haben sollte. Die Gäste wurden stärker. Eine Viertelstunde vor dem Ende erzielten sie sogar ein Tor, doch der Linienrichter hatte schnell die Fahne oben und entschied, dass der Eckball im Tor-Aus gewesen sein sollte. Letztlich blieb es beim knappen, aber hochverdienten Sieg.

Im anderen Spiel unterlag der FC Arsenal London im eigenen Stadion dem AS Monaco mit 1:3. Damit stehen Mesut Özil und Per Mertesacker, die beide 90 Minuten durchspielten, vor dem Aus. (dpa/dtj)