Çavuşoğlu

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu erklärte am 18. September, dass die Türkei entschlossen sei, den Fluss von Extremisten zu stoppen, die versuchen, auf dem Wege durch das Land zur Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS, ehem. ISIS) zu gelangen, um sich dieser anzuschließen.

Çavuşoğlu unterstrich, dass es in der Türkei mittlerweile eine Einreiseverbotsliste mit 6000 Namen gebe und bereits 1000 Personen, die versucht hätten, in den Irak oder nach Syrien zu gelangen, aufgegriffen und zurückgeschickt worden wären.

Nach einem Gespräch mit dem deutschen Innenminister Thomas de Maizière in Berlin sagte Çavuşoğlu, er sei traurig über die „ungerechtfertigten Vorwürfe“, wonach die Türkei nicht alle erforderlichen Schritte ergriffen habe, um Ausländer daran zu hindern, sich der Extremistenmiliz anzuschließen.

„Die Türkei kann diesen Kampf nicht alleine führen“

Er machte deutlich, dass die Türkei nur dann handeln könne, wenn es Hinweise und Anstrengungen seitens anderer Länder gäbe, den Informationsfluss bezüglich möglicher „Djihadisten“ oder solcher, die es werden wollten, zu verbessern.

„Die Türkei kann diesen Kampf nicht alleine führen“, betonte Çavuşoğlu. „Zuerst und vor allem brauchen wir den Austausch von Information und geheimdienstlichem Wissen mit unseren Verbündeten, wie Deutschland, Europa und den Vereinigten Staaten.“

Idealerweise sollte die Türkei auf diese Weise in die Lage versetzt werden, diese Menschen zu identifizieren, bevor sie ihre Heimatländer verließen, damit die Türkei deren Einreise verhindern oder sie zügig abschieben könne, sollten sie sich bereits im Land befinden, ergänzte der Minister.

Deutschen Sicherheitsbehörden zufolge sollen sich etwa 3000 Europäer dem „Islamischen Staat“ angeschlossen haben, 400 davon aus Deutschland. Manche gelangen schnell, problemlos und unbürokratisch nach Syrien oder in den Irak, indem sie Billigflüge nach İstanbul buchen und anschließend die sich über mehr als 1000 Kilometer erstreckende Südgrenze überschreiten.