Der US-amerikanische Think-Tank Council on Foreign Relations hat in seinem Bericht für das Jahr 2016 die Türkei zu einem der Länder mit hohem Sicherheitsrisiko heraufgestuft. Für die Türkei bestehe 2016 das Risiko, dass die politische Gewalt besonders im Hinblick auf die Auseinandersetzungen in der Kurdenfrage zunehmen wird.

Unter den Ländern mit hohem Risiko befinden sich außer der Türkei noch zehn Länder, acht von ihnen liegen im Nahen Osten. Zu diesen Ländern gehören Libyen und Ägypten sowie Syrien und der Irak.

Die CFR ist einer der renommiertesten und bedeutendsten Think Tanks mit Fokus auf weltweite außenpolitische Themen und hat seinen Sitz in New Yokr und Washington. Er hat um die 4900 Mitgleider aus der Welt der Medien, dem Finanzsektor, der Universitäten sowie der Diplomatie. Seine Berichte dienen als Entscheidungsgrundlage für Politker. Auch ausländische Politiker nutzen sie als Plattform, wen sie beim Besuch in den USA Botschaften ausschicken wollen. Gegründet im Jahr 1921 gibt er auch seit 1922 die Zeitschrift Foreign Affairs heraus. Auch Samuel Huntington veröffentlichte seinen Artikel über den Kampf der Kulturen“, mit dem er später weltweit Aufsehen erregte, zuerst in dieser Zeitschrift.

Zu den Risiken für das Jahr 2016, die auch US-amerikanische Interessen berühren könnten, werden laut CFR folgende Entwicklungen gezählt:

  • Verschärfung des Bürgerkriegs in Syrien
  • ein Terrorangriff auf die USA oder einen seiner Verbündeten mit vielen Todesopfern
  • Angriff auf die Cyber-Infrastruktur der USA
  • eine eventuelle Krise mit Nordkorea
  • Politische Instabilität innerhalb der EU-Länder infolge der Flüchtlingskrise
  • die politische Entfremdung in Libyen
  • die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern
  • politische Gewalt in der Türkei
  • Zunahme der politischen Instabilität in Ägypten
  • politische Gewalt und Instabilität in Afghanistan
  • Spaltung des Irak infolge der Ausbreitung der Terrorgruppe IS sowie die Zunahme der Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten

Russland: Türkei als Feind Nummer 1 wahrgenommen

Unterdessen wird die Türkei auch von russischer Seite immer negativer wahrgenommen. Einer Untersuchung des Unternehmens Medialogiya zufolge  ist die Türkei das Land, das in den russischen Medien am häufigsten als Feind dargestellt wird. Damit hat sie in dieser Skala die USA, Ukraine und sogar die Terrorgruppe IS hinter sich gelassen. Während die Türkei im vergangenen Oktober in den russischen Medien 516 Mal als Feind bezeichnet wurde, ist diese Zahl im Dezember auf 1487 gestiegen. Die häufigsten Bezeichnungen für die Türkei lauten: ’Sponsor des Terrorismus’, ’Verbündeter des IS’, ’Bedrohung für Russland’ sowie schlichtweg ’Feind’.