Eine Grand Jury im US-Bundesstaat North Carolina hat den 46-jährigen Craig Hicks wegen dreifachen Mordes angeklagt. Hicks soll vor einer Woche die muslimischen Studenten Shaddy Barakat (23), Yusor Muhammad Abu-Salha (21) und Razan Muhammad Abu-Salha mit Kopfschüssen getötet haben. Wie örtliche Medien am Montag (Ortszeit) berichteten, händigte das Gericht dem geständigen Hicks die Klage aus.

Die Polizei von Chapel Hill geht als Tatmotiv von einem Streit um Parkplätze in der Nachbarschaft aus. Die syrischstämmigen Familienangehörigen sehen die Studenten dagegen als Opfer eines Hassverbrechens. Sie seien wegen ihres muslimischen Glaubens umgebracht worden.

Die US-Bundespolizei FBI hat zeitgleich Ermittlungen zu den Umständen des Verbrechens aufgenommen. Präsident Barack Obama hatte die Tat verurteilt und erklärt, niemand dürfe wegen seines Aussehens oder seiner Religion Opfer von Gewalt werden.

Hicks bezeichnete sich auf seinem Facebook-Profil als „waffentragender Atheist“. Der zweifach geschiedene Mann äußerte Verachtung gegenüber allen Religionen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellte die Polizei ein Dutzend Waffen sicher, darunter vier Handfeuerwaffen, zwei Schrotgewehre und sechs Gewehre. Nach der Bluttat stellte sich Hicks der Polizei. Tausende Menschen versammelten sich in den folgenden Tagen zu einer Kerzenandacht für die Ermordeten und zu deren Beisetzung. (KNA/dtj)