Ein Protestzug mit dem Titel «Gerechtigkeitsmarsch» läuft am 01.07.2017 auf dem Weg von Ankara nach Istanbul durch den Ort Sakarya (Türkei) und führt dabei eine 1100 meter lange türkische Flagge mit. Aus Empörung über die Verurteilung eines Oppositionsabgeordneten haben Anhänger der Mitte-Links-Partei CHP in Ankara den Protestmarsch gestartet. (zu dpa "Laufen gegen Erdogan - Ein Marsch, der die Menschen ermutigt" vom 05.07.2017) Foto: Depo Photos/Depo Photos via ZUMA Wire/dpa

Die größte türkische Oppositionspartei CHP will ihren mehr als 400 Kilometer langen Protestmarsch von Ankara nach Istanbul mit einer Großkundgebung abschließen. Die Partei erwarte «mindestens eine Million» Menschen zu der Versammlung am Sonntag im Istanbuler Stadtteil Maltepe, sagte ein Sprecher des Parteivorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu der Deutschen Presse-Agentur. Voraussichtlich werde man am Samstag die Grenze der Provinz Istanbul erreichen.

Kilicdaroğlu führt den «Gerechtigkeitsmarsch» seit 15. Juni an. Auslöser des Protestmarsches war die Verurteilung des CHP-Abgeordneten Enis Berberoğlu zu 25 Jahren Haft wegen Geheimnisverrats. Die Aktion richtet sich gegen die Politik der Regierung und der von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan.

Kilicdaroğlu: Es gab nach dem 15. Juli einen «zivilen Putsch» 

Kilicdaroğlu sagte der DPA, die türkische Führung habe nach dem Putschversuch vom 15. Juli mit der Verhängung des Ausnahmezustands einen «zivilen Putsch» durchgeführt. Die Gesellschaft werde zudem zunehmend eingeschüchtert. Mit dem «Gerechtigkeitsmarsch» wolle man «das Hemd der Angst, das dem Volk angezogen wurde, zerreißen».