CHP will dritten Istanbuler Flughafen zu Fall bringen

Die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) möchte die Ausschreibung für den geplanten dritten Flughafen in Istanbul vor das Höchstgericht bringen. Die Partei strebt deren Aufhebung an.

Istanbuls CHP-Abgeordneter zur Großen Nationalversammlung, Erkut Erdoğdu, behauptet, das Projekt würde „irreparable Umweltschäden“ nach sich ziehen. „Wir haben eine Petition an den Obersten Staatsrat vorbereitet“, so der Politiker.

Experten zufolge würde der von Premierminister Erdoğan angestrebte dritte Flughafen in der Bosporusmetropole zur Abholzung von Millionen Bäumen, zur Trockenlegung von Sümpfen und zur Gefährdung der Flugrouten von Vögeln führen, wie auch Umweltgruppen befürchten. Der Flughafen soll im dicht bewaldeten Norden Istanbuls errichtet werden. Die Ausschreibungssumme betrug 26 Milliarden Euro.

Die Petition der CHP, so Erdoğdu, hängt mit der Diskrepanz zusammen, die zwei an unterschiedlichen Tagen ausgearbeitete Umweltverträglichkeitsgutachten offenbart hätten.

Erdoğdu führte dabei aus, dass das erste, am 9.4. von der Begutachtungs- und Evaluationskommission des Ministeriums für Umwelt und Stadtplanung herausgegebene und 238 Seiten lange Gutachten von 70 Seen, kleineren Seen und Sümpfen sprach, die unter Umständen die Durchführung des Projekts unter Berücksichtigung türkischer Gesetze zum Schutz von Feuchtgebieten in Frage stellen könnten. Am 22.4. reichte die gleiche Kommission einen umweltpolitischen Endbericht ein, in dem lediglich von einigen „mehr oder minder großen Lachen“ die Rede war.

Der erste Bericht stellte fest, dass es in der Gegend 2 513 341 Bäume gebe, von denen 657 950 gefällt werden müssten. Der zweite Bericht gibt überhaupt keine detaillierte Zahl dazu an.