Das große Problem der Schüler

GASTBEITRAG Tagein, tagaus beobachtet man, dass viele Schüler nicht die gewünschte Leistung erbringen. Nicht, dass sie das Potenzial nicht hätten. Der Grund liegt woanders, nämlich wohl darin, dass die Unterrichtsinhalte im Unterricht nicht so gelernt und verinnerlicht werden, wie es eigentlich notwendig wäre. Dieses Problem scheint unter den Schülern weit verbreitet, und viele Lehrer bestätigen diese Einschätzung. Schauen wir also einmal genauer hin. Eine typische Situation: Ein didaktisch aufgearbeitetes Thema wird in 5 bis 6 Schulstunden abgehandelt, wobei aber das angestrebte Lernergebnis verfehlt wird. Die Leistungen der Schüler sind schlecht und die Noten demzufolge natürlich auch. Das führt zu Unzufriedenheit auf allen Seiten.

Aktuell wird häufig beklagt, dass die Gedankenwelt der Kinder so sehr mit Internet, TV-Serien, Pop-Musik, Fußball etc. zugemüllt wird, dass sie weder Lust noch Zeit mehr für das schulische Lernen haben. Die Folge sind Konzentrationsschwierigkeiten, die zu Verständnis- und Wahrnehmungsproblemen führen. Vielleicht sollte das Lernen im Unterricht daher folgende Aspekte berücksichtigen: Zunächst einmal sollte den Lernenden ganz bewusst vor Augen geführt werden, dass Lehrer, was die Organisation von Lernprozessen angeht, in der Regel bestens ausgebildet sind. Wer systematisch und erfolgreich lernen möchte, wird von ihrem Lernknowhow profitieren.

Im Idealfall folgt der Lernende den Spuren des Unterrichts wie ein Pfadfinder: durch genaues Zuhören, Nachfragen und geistige Auseinandersetzung mit den Inhalten. Wenig zielführend ist es hingegen, nur kurz vor der Prüfung und einzig und allein für die Prüfung zu lernen. Denn ein solches Lernverhalten kratzt nur an der Oberfläche, und das Gelernte verflüchtigt sich schon nach kurzer Zeit wieder. Denn Lernen bedeutet nicht einfach, die Repeat-Taste zu betätigen und Auswendiggelerntes wiederzugeben.

Die Schule ist ein Ort, an dem man fürs Leben lernt
In diesem Sinne ist es auch wichtig, dass man sich kontinuierlich zuhause auf den Unterricht vorbereitet und sich zum Beispiel bereits vorab mit interessanten Fragestellungen zum Thema beschäftigt. Ein solches Vorgehen wirkt motivierend und wird dazu führen, dass man sich leichter aktiv in den Unterricht einbringen kann.

Genauso wichtig ist aber auch die Nachbereitung. Die Lernenden sollten nach dem Unterricht prüfen, ob sie den Lernstoff wirklich verstanden und durchdrungen haben. Falls nicht, bietet es sich an, bestimmte Dinge noch einmal nachzulesen und/oder die Lehrkraft danach zu fragen. Die wertvolle Zeit, die man sonst vor dem Bildschirm, im Internet oder Facebook verplempern würde, lässt sich also sicherlich effektiver nutzen. Wer das Gefühl hat, das in der Schule Gelernte wirklich begriffen zu haben, wird auch neue Aufgaben motivierter angehen.

Wer sich auf den Unterricht konzentriert, ihn ernst nimmt, dem Lehrer aufmerksam zuhört, sich aktiv beteiligt und Fragen stellt, lernt besser. Motivation und Einsatz entscheiden über Lernen oder Nichtlernen, über Erfolg und Misserfolg. So mancher Lehrer wünscht sich nichts sehnlicher, als dass die Lernenden doch endlich begreifen würden, dass die Schule ein Ort ist, an dem man fürs Leben lernt. Doch die Realität sieht leider anders aus. Allzu viele Schüler glänzen allein durch Gleichgültigkeit, Desinteresse und Unaufmerksamkeit.

Im Klartext: Wer wirklich etwas im Unterricht lernen möchte und einige der oben beschriebenen Punkte beherzigt, wird auch erfolgreich sein. Alle anderen dürften Probleme bekommen. Denn wer seine Chancen und die Gaben Gottes vergeudet, wird sich in der Zukunft auch nicht an ihren Früchten erfreuen können.

Zweifellos liegt die Hauptverantwortung natürlich bei den Eltern. Sie sollten ihre Kinder zumindest regelmäßig fragen, was sie in der Schule durchgenommen haben, und ihre Bücher und Hefte kontrollieren. Bis die Kinder ihren eigenen Lernrhythmus gefunden haben, sollten sie sie ermuntern und unterstützen. Eltern, die nicht dazu bereit sind, in die Lernfähigkeiten ihrer Kinder zu investieren, werden später vermutlich viel Zeit, Nerven und womöglich Geld investieren müssen, um entstandene Probleme zu beheben. Möglicherweise werden sie dann sogar mit psycho-sozialen Problemen ihrer Kinder konfrontiert sein, die sich überhaupt nicht mehr lösen lassen.