Die Zwillingsgeschwister Sayra und Cagri kamen beim Erdbeben in Izmir ums Leben.
Die Zwillingsgeschwister Sayra und Çınar kamen beim Erdbeben in Izmir ums Leben. Foto: unbekannt

Beim Erdbeben vom Freitag verloren auch viele junge Menschen ihr Leben. Ihre Geschichten sind tragisch.

Das Erdbeben von Izmir hat viele Menschen in den Tod gerissen. Stand Mittwochmittag sind es 116. Es ist eine Tragödie, wie sie die ägäische Stadt schon lange nicht mehr erlebt hat. Noch tragischer erscheint sie, wenn man sich die Einzelschicksale der ums Leben gekommenen jungen Menschen näher ansieht.

Einer von ihnen war Arda Baran Demir. Der 17-jährige Vorzeigeschüler meldete sich an jenem Tag früher als üblich von seiner Schule ab und kam nach Hause, kurz bevor die Erde zu beben begann. Außer ihm war niemand da. Seine Schwester war noch in der Schule, die Eltern auf der Arbeit. Ihm blieb keine Chance mehr, dem Beben zu entkommen, niemand konnte ihm sagen, wie er sich am besten verhalten soll. Seine Leiche konnte erst am Samstag geborgen werden.

Arda war ein intelligenter Junge. Das zeigen seine Leistungen aus dem Jahr 2017. In jenem Jahr schloss er die von vielen gefürchtete Abitur-Qualifikationsprüfung (TEOG) als landesweit Bester ab. 119 von 120 Fragen soll er richtig beantwortet haben, heißt es in türkischen Medien. Dadurch sicherte er sich ein Stipendium für eine Privatschule in Izmir. Aufgrund seines Erfolgs zog seine Familie, mit der er zuvor in Tunceli wohnte, gleich mit.

Drei Jahre danach kam Arda am Sonntag nun in seine Heimatstadt zurück – für seine eigene Beerdigung.

Zwillingsgeschwister starben Hand in Hand

Tagelang hielt die ganze Türkei den Atem an. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, war groß, und mit jeder weiteren Meldung über lebend geborgene Verschüttete nahm sie zu. So war auch die Hoffnung bei den Zwillingsgeschwistern Çınar und Sayra Alpgündüz groß. Das Foto der Geschwister ging am Wochenende durch die sozialen Medien.

Schnell fieberten viele Menschen mit, drückten die Daumen, dass die Zwillinge noch am Leben sind. Doch während es die dreijährigen Elif und Ayda schafften, war die Hoffnung bei Sayra und Çınar vergebens. Hand in Hand wurden die beiden tot unter den Trümmern gefunden. Mögen sie und alle anderen Erdbebenopfer in Frieden ruhen.