Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu hat bestätigt, dass er sich im Dezember 2013 mit Fethullah Gülen getroffen hat. Das habe er in seiner Antwort an die Untersuchungskommission zum Putschversuch gesagt, erklärte er gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Am 17. Dezember 2013 war bekannt geworden, dass gegen die AKP-Regierung und das Umfeld von Recep Tayyip Erdoğan wegen Korruptionsverdachts ermittelt wird. Erdoğan sah in den Ermittlungen einen Putschversuch, hinter dem Gülen und seine Hizmet-Bewegung stecke. Zum damaligen Zeitpunkt war Davutoğlu Außenminister. Erdoğan, damals noch Ministerpräsident, sei vorab von seinem Treffen mit Gülen informiert worden.

„Gülens Aussagen und seine Haltung erschienen mir nicht ehrlich. Er hinterließ bei mir den Eindruck, auf Zeit zu spielen. Ich sagte dem Ministerpräsidenten, dass wir in dieser kritischen Phase auf der Hut sein müssen“, so Davutoğlu. Wann genau er mit dem in den USA lebenden Prediger Gülen zusammenkam, wurde nicht bekannt. Die Korruptionsaffäre sorgte zwischen dem 17. und 25. Dezember auch über die Türkei hinaus für Aufsehen.

Abgesehen von diesem Treffen sei er Gülen persönlich nie begegnet, erklärte der Vorgänger des aktuellen Ministerpräsidenten Binali Yıldırım. Man sei damals innerhalb der AKP zum Schluss gekommen, dass man Gülen „unter Kontrolle bringen“ müsse, indem man ihn in die Türkei zurückhole. Denn es habe die Gefahr bestanden, dass Gülen von Kreisen instrumentalisiert werden könne, die der Türkei feindlich gesinnt seien.

Die parlamentarische Untersuchungskommission zum Putschversuch vom 15. Juli 2016 hat ihre Arbeit abgeschlossen. Mit dem Endbericht wird nicht vor Februar gerechnet. Die Regierung macht die Gülen-Bewegung für den versuchten Umsturz verantwortlich.