Der türkische Premierminister Ahmet Davutoğlu hat sich gestern Abend in einem Interview mit dem türkischen Sender Show TV einen amtlichen Patzer geleistet.

In der Sendung unter dem Titel „Die Türkei auf dem Weg zu den Wahlurnen“ wurde er zur Urheberschaft des verheerenden Anschlags in Ankara mit beinahe 100 Toten befragt. Daraufhin fand er vermeintlich klare Worte gegen den IS, die aber nach den Gesetzen der Logik das Gegenteil dessen bedeuten, was er wahrscheinlich sagen wollte:

„Wir werden nicht zulassen, dass irgendjemand unseren Bürgern ein Haar krümmt. Von diesen Organisationen wird jede einzelne zur Rechenschaft gezogen werden. Die größte Rechnung wird der IS zu zahlen haben. Sein Islamverständnis unterscheidet sich von dem der hier lebenden Türken und von dem Islam, den wir verteidigen, nicht um 180 Grad, sondern um 360 Grad“, so der ehemalige Professor für Politikwissenschaft, den viele seiner Anhänger den „gelehrten Premierminister“ („bilge başbakan“) nennen.

Der türkischen Regierung wird von Kritikern seit langem vorgeworfen, sie würde den IS heimlich unterstützen, was sie stets zurückwies. Davutoğlu dürfte der Regierung mit seiner Äußerung also einen Bärendienst erwiesen haben.