Nach dem Terroranschlag mit mehreren deutschen Todesopfern in Istanbul reist Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) an diesem Mittwoch in die Türkei. Der Minister wolle in Istanbul seinen türkischen Kollegen Efkan Ala treffen und sich ein Bild von der Lage machen, sagte eine Sprecherin des Innenressorts am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Nach dpa-Informationen lag der Bundesregierung bis Dienstagabend kein Hinweis darauf vor, dass sich der Anschlag gezielt gegen Deutsche gerichtet hatte.

Der 1988 geborene Attentäter hatte sich am Dienstagvormittag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Sultanahmet-Moschee (Blauen Moschee) im historischen Zentrum Istanbuls in die Luft gesprengt. Dabei wurden mindestens acht Deutsche getötet und neun weitere zum Teil schwer verletzt. Insgesamt starben neben dem Angreifer zehn Menschen, 15 weitere erlitten Verletzungen. Zwei Leichen waren bis Dienstagabend noch nicht identifiziert, vermutlich handelt es sich bei ihnen auch um Deutsche.
Spekuliert wurde auch über ein peruanisches Opfer.

Politiker solidarisieren sich mit der Türkei

Weltweit reagierten Politiker mit Trauer und Entsetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte den Anschlag als „mörderischen Akt“: „Die Terroristen sind Feinde aller freien Menschen, ja, sie sind Feinde aller Menschlichkeit“, sagte sie am Dienstagabend in Berlin. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von „Stunden der Trauer, der Wut und des Entsetzens“.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, es handele sich um ein „verachtenswertes Verbrechen“. Die USA betonten, sie stünden weiter fest an der Seite der Türkei. „Dieser abscheuliche Angriff in Istanbuls historischem Herzen hat Türken und ausländische Touristen gleichermaßen getroffen“, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates Ned Price in Washington. Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem „abscheulichen Terroranschlag“. Auch Saudi-Arabien und Ägypten verurteilten den Terroranschlag.

Anti-IS-Operation in Antalya

Nach dem Anschlag von Istanbul ist es einem Medienbericht zufolge im südtürkischen Antalya zu einer Polizeioperation gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekommen. Drei verdächtige russische Staatsbürger seien festgenommen worden, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Mittwoch. Sicherheitskräfte hätten bei einer Durchsuchung Dokumente und Datenträger beschlagnahmt.

Ob die Festnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Anschlag von Istanbul standen, blieb unklar. Antalya ist eines der beliebtesten Urlaubsziele von Deutschen und Russen in der Türkei. (dpa/dtj)