Debatte um „Mohammed-Video“: Angst vor Gewalt auch in Deutschland

Köln (dpa) – Nach den heftigen, teils gewaltsamen Protesten in Teilen der islamischen Welt befürchtet man nun in Ausschreitungen.

„Es ist zu befürchten, dass Extremisten auf beiden Seiten vor Gewaltanwendung nicht zurückschrecken werden. Damit hätten die Macher dieses Filmes ihr Ziel erreicht“, sagte ZMD-Generalsekretärin Nurhan Soykan am Montag in Köln. Der Verband ist in Sorge, dass rassistische Übergriffe auf zunehmen werden.

Der ZMD begrüßte, dass Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich () die Ausstrahlung des Schmähfilms über den Propheten Mohammed verhindern will. „Die Verbreitung des Films erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung, denn hört dort auf, wo eine Religionsgemeinschaft derart beschimpft wird, dass dadurch der öffentliche Friede gestört wird.“

Auch die Katholische kritisierte den Vorschlag scharf, das „Mohammed-Video“ öffentlich zu zeigen. Dies wäre eine „inakzeptable und sinnlose Provokation, die letztlich den Frieden und die Christen weltweit gefährdet“, sagte Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, der „Passauer Neuen Presse“ am Montag. Die gewaltsame Eskalation in der arabischen Welt erfülle ihn mit Sorge.

Unterdessen hat der US-Prediger Terry Jones das von Deutschland gegen ihn verhängte Einreiseverbot als absurd kritisiert. In einer am Dienstag von der rechtspopulistischen Splittergruppe Pro Deutschland veröffentlichten Erklärung schreibt Jones, Versuche zur Begrenzung der Meinungsfreiheit seien „der Anfang vom Ende westlicher Gesellschaften“. Die Drohung mit Gewalt dürfe nicht hingenommen werden, sagte er. Jones wollte den islamfeindlichen Film „Die Unschuld der Muslime“ in Deutschland vorführen.