Über Jahrhunderte hinweg lebten im Gebiet des heutigen Spaniens Muslime, Christen und Juden weitgehend friedlich zusammen. Das Staatsgebilde, das als al-Andalus (heute noch im Begriff Andalusien enthalten) in die Geschichte einging, existierte bis 1492 und und wurde mit Gewalt von der christlichen Reconquista aufgelöst. Der Geist von al-Andalus lebte fortan auf dem Balkan, in Istanbul – vor allem aber in Nord- und Westafrika weiter.

Vor einigen Jahren wurde im marokkanischen Fes ein Festival ins Leben gerufen, der genau diesen Geist widerspiegelt. Nun soll dieser auch nach Berlin kommen, wo nächste Woche ein interkulturelles und interreligiöses Festival stattfindet.

Im Rahmen des Festivals der Sufi-Kultur von Fes (Festival de la Culture de Soufie de Fes) gibt es an drei Tagen von Mittwoch bis Freitag (12.-14. August) Diskussionen mit Gästen unter internationaler Beteiligung, musikalische Darbietungen und eine Vorführung sich drehender Derwische aus Istanbul. Veranstalter ist die Stiftung Forum der Kulturen zu Fragen der Zeit. Schirmherren des Festivals sind sowohl das Königreich Spanien als auch das Königreich Marokko. Unter den Kooperationspartnern befinden sich unter anderem das Forum für interkulturellen Dialog e.V., das House of One sowie das Museum für Islamische Kunst.

Die Veranstaltungen finden im Kunstraum Kreuzberg sowie im Pergamonmuseum in Berlin statt. Die erste Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, an der auch Imam Kadir Sancı vom Vorstand des House of One teilnimmt, findet unter dem Titel „Die Liebe zur Welt in Zeiten der Furcht“ statt. Die zweite Diskussionsveranstaltung, die am Donnerstag stattfindet, trägt den Titel „Der Geist von al-Andalus für die Gegenwart“. Zum Abschluss diskutieren die Teilnehmer zum Vortrag „Ein Bild vor verschiedenen Horizonten“. Den Höhepunkt der drei Tage dürfte dann das Konzert mit andalusischer Musik aus Fes um 18:30 bilden. Die Botschafter von Spanien und von Marokko werden Grußworte halten, das Grußwort von Boutros Boutros Ghali, dem ehemaligen UN-Generalsekretär, wird verlesen werden.

Dass Festival möchte unter anderem an die Kultur des Zusammenlebens aus der europäischen Geschichte erinnern und für die heutige Zeit Impulse geben. Interessierte werden gebeten, sich vorher über isl@smb.spk-berlin.de anzumelden.