Teilnehmer bei der Deutsch-Türkischen Kulturolympiade

Das Nordfinale der Deutsch-Türkische Kulturolympiade (DTKO) ging in diesem Jahr in der Bundeshauptstadt Berlin über die Bühne. Zur Veranstaltung am letzten Samstag kamen ins Maritim Hotel in Berlin insgesamt 2200 Zuschauer und 120 Teilnehmer. Die DTKO ist ein bilingualer, bundesweiter Sprachwettbewerb, ein Kulturfest und ein Dialogforum zum gegenseitigen Kennenlernen und Kulturaustausch für Kinder und Jugendliche von 12 bis 19 Jahren, die ihren Wohnort in Deutschland haben. Die Veranstaltung findet in dieser Form zum vierten Mal statt.

Deutsche Muttersprachler lernen im Laufe der Vorbereitung zum Wettbewerb Türkisch und präsentieren türkisches Kulturgut. Türkische Muttersprachler präsentieren hingegen in deutscher Sprache deutsches Kulturgut. Insgesamt gibt es 18 Kategorien von Gesang und Poesie über Tanz und Folklore bis hin zu Theater.

Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Klaus Wowereit

Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte der regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), übernommen. Da er nicht persönlich zur Veranstaltung kommen konnte, ließ er ein Grußwort aussprechen: „Ich beglückwünsche die Jugendlichen, die an dieser Olympiade teilnehmen und bedanke mich bei den Veranstaltern und den regionalen Unterstützern, TÜDESB und der Jugendakademie der Künste (JAK),  für den Beitrag zur Integration und zum kulturellen Austausch. Diese Veranstaltung ist ein wichtiges Signal gegen Vorurteile und Einschränkungen. Berlin ist eine tolerante, weltoffene und multikulturelle Stadt. Wir stehen zu anderen Kulturen auf gleicher Augenhöhe, respektieren einander und versuchen uns gegenseitig kennenzulernen, um uns besser zu verstehen. Die Menschen, die in Berlin leben, brauchen ihre Herkunft und ihre Identität nicht zu verstecken, um sich als Berliner zu fühlen. Diejenigen, die Respekt erwarten, müssen auch den anderen gegenüber respektvoll sein. Dies muss vor allem im kulturellen und religiösen Bereich und sowohl bezüglich der sexuellen Orientierung als auch bezüglich den Rechten der Frauen der Fall sein. Die DTKO ist eine Plattform mit Vorbildfunktion für die Zusammenkunft von unterschiedlichen Kulturen. Wenn deutsche und türkische Kinder und Jugendliche zusammen singen, zusammen in Vereinen und Schulen Sport treiben, zusammen die Literatur kennenlernen, führt das zur Abschaffung von Vorurteilen und sie sehen sich als gleichwertige Berliner an. Dies ist der beste Weg dazu.“

Platzierungen im Nordfinale

Im Nordfinale des DTKO haben in der Kategorie „Türkische Lieder“ Lohr Bormester mit dem Lied „Yağmur ağlıyor“ (Der Regen weint), den ersten Platz erreicht. In derselben Kategorie ist Alena Milovic zweite geworden. Im Bereich „Türkische Gedichte als Fremdsprache“ hat Maximilian Gabski mit dem Gedicht „Yalan Dünya“ (Die verlogene Welt) den ersten Platz belegt. Die Spitzenplätze bei den „Türkischen Gedichten“ belegten Tayyip Sezer als Erster und Alena Durmus als Zweite.

In der Kategorie „Türkischer Folkloretanz“ belegten die Folkloregruppe des Eringerfeld-Gymnasiums und jene des TÜDESB-Gymnasiums die ersten beiden Plätze. Die Sieger der jeweiligen Kategorien haben das Recht, im Deutschlandfinale in der Olympiahalle am 5. April in München aufzutreten.

Eindrücke der Besucher der DTKO

Dr. Daniela De Ridder, Bundestagabgeordnete der SPD (Berlin), meinte gegenüber der Nachrichtenagentur Cihan: „Ich bin sehr, glücklich hier zu sein. Ich bin auch stolz auf die Kinder und Jugendlichen, die uns gezeigt haben, dass die Kultur eine Brückenfunktion einnehmen kann. Zudem leisten sie einen Beitrag zur deutsch-türkischen Freundschaft. Diese Veranstaltungen sollten wiederholt werden. Die Sprache ist nicht nur eine Vermittlerin der Kultur, sondern auch eine Möglichkeit, in den Dialog zu kommen und dann Freundschaften aufzubauen. Ich gratuliere den Verantwortlichen für diese gelungene Veranstaltung.“

Auch Claus-Dieter Röchert vom Arbeitsgebiet für Migration und Integration bei der Berliner Polizei äußerte sich positiv: „Ich habe schon einmal an der DTKO teilgenommen. Dies ist eine wichtige Veranstaltung. Hier werden wertvolle Arbeiten präsentiert. Das muss auf jeden Fall weitergehen. Die Kulturolympiade wird dem ganzen Land Nutzen bringen. Die Kinder und Jugendlichen haben unglaubliche Begabungen. Es ist auch schön, dass mit dieser Veranstaltung den Kindern und Jugendlichen sowohl eine Chance gegeben wird, sich zu präsentieren, als auch gemeinsam künstlerisch tätig zu sein.“

Katrin Herold, Musiklehrerin aus Berlin, meinte: „Ich bin zum ersten Mal hierher gekommen. Ehrlich gesagt wusste ich nicht, was mich erwartet, aber ich bin überwältigt. Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Die Sprache, Bildung und der gegenseitige Respekt sind sehr wichtig. Das kann nicht oft genug betonen. Ich gebe Kindern aus unterschiedlichen Nationen Musikunterricht. Musik ist ein wichtiges Instrument, um Menschen einander näherzubringen.“

Herve Ngahane, ein Ingenieur für Informationstechnik aus Kamerun, meinte gegenüber DTJ-Online: „Ich fand die Kulturolympiade sehr interessant. Diese Veranstaltung ist ein sehr gelungener Beitrag zur Integration und zur Förderung der Sprachen.“

Veranstaltungen auch in Düsseldorf, Wiesbaden und Mannheim

Am 16. März fand ein weiteres Regionalfinale in Düsseldorf statt. An diesem Wochenende waren Wiesbaden und Mannheim die Schauplätze weiterer Veranstaltungen. Das Deutschlandfinale wird in München ausgetragen. Die Sieger haben im Anschluss die Möglichkeit, am Weltfinale in der Türkei teilzunehmen.

Veranstalter des Sprach- und Kulturfestes ist der Verein Academy e.V. Dieser ist seit 2006 in Frankfurt a.M. in der Bildungsberatung tätig und Dachorganisation für rund 130 Privatschul- und Nachhilfevereine in Deutschland. Der Verein, welcher der Hizmet-Bewegung nahe steht, fördert Bildung und verfolgt seine Ziele durch die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien und Veranstaltung von Fortbildungsangeboten, Seminaren und Vorträgen.

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