Deutsche Anti-Islamszene benutzt „Mohammed-Video“

(dpa) – Nach der heftigen Reaktion auf die Veröffentlichung von Filmausschnitten des „Mohammed Videos“ in der islamischen Welt haben sich deutsche Rechtspopulisten nun öffentlich zu Wort gemeldet und wollen den Mohammed-Hassfilm in voller Länge zeigen.

Die Bundesregierung will unbedingt verhindern, dass Rechtspopulisten mit dem Mohammed-Schmähvideo auch in Deutschland für Aufruhr sorgen. „Dagegen muss man mit allen rechtlich zulässigen Mitteln vorgehen“, sagte Innenminister Hans-Peter Friedrich ().

Zuletzt hatte es auch Hinweise gegeben, wonach der amerikanische Hassprediger Terry Jones in den kommenden Tagen von antimuslimischen Kräften in der – etwa Pro Deutschland und Pro NRW – eingeladen werden sollte. Der als fundamentalistischer Christ geltende Jones hatte in den USA für den Film geworben. Weltweit war er bekannt geworden, als er im März 2011 eine Koran-Ausgabe verbrannte. Die Bundesregierung verhängte daraufhin ein Einreiseverbot für den US-Prediger.

Bundeskanzlerin () hat das Einreiseverbot gegen Jones verteidigt. „Wir sind ein Land, in dem die ein hohes Gut ist, aber auch Schranken kennt“, sagte Merkel am Montag in Berlin. Deshalb werde Jones die Einreise nach Deutschland nicht erlaubt. Zugleich mahnte die Kanzlerin im Streit um das islamfeindliche Video alle Seiten zu Mäßigung. „Gewalt ist kein Mittel der Auseinandersetzung. Wir treten ein für ein friedliches Zusammenleben der Religionen.“ Dies gelte für Deutschland, aber auch weltweit.